Maxi H asked vor 7 Monaten

Wiedereinschlafprobleme 9 Monate

Hallo, mein Sohn ist nun 9 Monate alt. Seit er 3 Monate alt ist, gestaltet sich das nächtliche Schlafen zunehmend schwieriger. 
Er geht zu 19 Uhr (+- 15 min) ins Bett. Morgendliche geplante Aufstehzeit 6/6:30 Uhr. 
Er schläft abends in seinem Bett (seit einem Monat in seinem Zimmer, vorher Babybay) meist allein und entspannt ein. Jedoch kann ich darauf warten dass er nach 90 min bis 3h wach wird und weint. Wenn ich zu ihm gehe, stützt er sich sofort auf die Unterarme und will hochgenommen werden. Seit er 5 Monate alt war und die ersten Zähne kamen, hab ich ihn immer mit in mein Bett genommen. Das ist grds. weder für mich noch meinen Mann ein Problem, sofern er dort schlafen würde. Aber er ist unruhig, oft wach, manchmal stundenlang. Er möchte nicht mehr gestillt werden, trinkt mal einen Schluck Wasser, aber nicht so viel dass es wegen Hunger oder Durst ist. 
Wenn er wach ist, fängt er erstmal an zu plappern, an mir zu zuppeln, nimmt sich den Nuckel raus, wirft ihn durchs Bett und ist dann unzufrieden wenn er fehlt. 
kuscheln, halten oder ignorieren hilft auch nicht.
Irgendwann ist er dann so unzufrieden dass er weint. In schlimmen Nächten geht das um die 2h so.
Nach 2h ist er dann wieder müde genug und schläft weiter. 
Er kompensiert es jedoch auch nicht am Tage. 
Er schläft tagsüber 2x. Das erste mal morgens zwischen 30 und 45 min zwischen 8:30-10 Uhr. Seinen Mittagsschlaf macht er mit mir zusammen im Bett zwischen 12:30/13:00- 14:00/14:30. 

Wir haben von Anfang an sehr viel Struktur und feste Zeiten gehabt. Diese haben sich altersbedingt natürlich immer etwas verändert. 
Wir gehen täglich an die frische Luft. Er schläft mal im Kinderwagen (als er noch kleiner war immer), oft gehe ich inzwischen so dass er ausgeruht und wach ist, dass er die Welt entdecken kann.
Unser Tagesablauf ist sehr regelmäßig mit festen Essens- und Schlafenszeiten und ich achte drauf dass er nicht zu vielen Reizen ausgesetzt ist. Natürlich unternehmen wir mal was, aber nicht mehrere Dinge an einem Tag. 
Ein Schlafprotokoll habe ich bereits geführt, konnte aber nicht erkennen was an guten Nächten tagsüber anders war. 
Er ist ein sehr neugieriges, aufgewecktes Kind. Er wirkt zufrieden, ist ein guter Esser und hat sich selber mit 9 Monaten, nach einer positiven und gut funktionierenden Stilldauer, abgestillt. 

Ich weiß mir keinen Rat mehr und bekomme Angst, da ich in 3 Monaten wieder Vollzeit arbeiten muss. 
ich hoffe auf einen guten Tipp.

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 7 Monaten geantwortet

Vielen Dank für eure Frage! Ich kann mir vorstellen, dass es für euch sehr belastend ist über einen längeren Zeitraum so unruhige Nächte zu haben und dass ihr mit Grauen an den Arbeitsbeginn in naher Zukunft denkt. Doch bezüglich des letzten Gedankens kann ich euch beruhigen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass viele Kinder das Beisammensein mit ihren Eltern so lange mitnehmen wie sie Könnens, sobald es aber eine Notwendigkeit gibt, auf Bequemlichkeit zu verzichten, sind sie schnell zu einem Kompromiss bereit.
Auch wenn ihr wirklich alles genau richtig macht mit dem Schlafprotokoll und der klaren Struktur, mit der Dosierung von Reizen und viel gesunder frischer Luft verhält sich euer Kind in für euch auffälliger Weise beim Schlafen. Für uns als Experten kommt das veränderte Schlafmuster nicht überraschend. Ab 6 Monaten und spätestens mit 8 Monaten verändert sich das Schlafverhalten der Babys. Es ähnelt unserem Erwachsenenschlafverhalten in Bezug auf die Schlafphasen aber die kleinen Kinder können die Schlafphasen meist noch nicht so gut verbinden. Zudem entwickeln sie sich in dieser Zeit so rasant, dass sie viel unruhiger schlafen und sogar fast wach erscheinen. Viele Eltern deuten diese Unruhe als schlechte Träume und versuchen ihre Kinder zu trösten. Das gelingt ihnen meist nicht, weil die Kinder im Halbschlaf und gar nicht zugänglich sind. Am besten ist es dabei Ruhe zu bewahren und so wenig wie möglich einzugreifen. Dann finden sie von selbst in die Tiefschlafphasen zurück. Die Fähigkeit zur Selbstregulation kann man am Tag unterstützen zum Beispiel während des Tagesschläfchens. Wenn das Kind allein einschlafen gelernt hat und am Tag allein gut schlafen kann, hat es auch in der Nacht bessere Möglichkeiten nach den Leichtschlafphasen in den Tiefschlaf zurückzufinden. Ein „Übergangsobjekt“ wie ein Püppchen oder ein Schmusetuch kann das erleichtern. Wichtig ist, dass ihr nicht versucht euer weinendes Kind zu wecken, sondern es erst einmal gut beobachtet und versucht es mit den Stufen des Trösten zur Ruhe zurück zu bringen ohne zu viel Hilfe zu geben. Allein eure ruhige Anwesenheit hilft dem Kind sich gut zu beruhigen. Bleibt so lange bei ihm bis es sich wieder beruhigen kann. Sollte es doch einmal aufwachen, erzählt ihm,  dass es Nacht ist und alle schlafen und dass ihr selbst auch schlafen wollt. Bitte macht auf keinen Fall Licht an, dann kann das wichtige Schlafhormon Melatonin nicht gebildet werden. Viel Erfolg für diese die Eltern sehr beanspruchende Phase, die meist mit 12 Monaten vorbei ist, vorausgesetzt es gelingt sich etwas in den Hilfestellungen zurück zu halten.