Tochter (1) nur brustfixiert in der NachtKategorie: SchlafschwierigkeitenTochter (1) nur brustfixiert in der Nacht
Linn asked vor 4 Wochen

Tochter (1) nur brustfixiert in der Nacht

Hallo,
wir benötigen eine zweite Meinung zum Schlafverhalten und Abstillen unserer Tochter (13 Monate).
Sie schläft aktuell einmal tagsüber (gegen Mittag 2-3h) und kann ohne Problem sowohl bei Mama als auch bei Papa einschlafen. Meistens schläft sie nach kurzer Zeit auf dem Arm ein und danach wird sie ins Familienbett gelegt. Sehr selten wacht sie während des Schlafes auf. Tagsüber isst sie normal bei uns mit und wird nicht mehr gestillt.
Abends geht sie dann meist gegen 19Uhr ins Familienbett und wird zum Einschlafen gestillt (Dauer 10-20min). Bis die Eltern gegen 22Uhr ins Bett gehen, wacht sie meistens noch 2x auf und lässt sich nur durch Stillen einschlafen. Nachts ist sie dann nochmal 2-3x wach und verlangt die Brust. (Diesen Ablauf gibt es mindestens seit 6 Monaten.) So richtig trinken tut sie nicht, sondern nutzt die Brust mehr als Schnuller. In dieser Phase akzeptiert sie ihren Papa gar nicht. Auch ein Beruhigen durch ihn ist nicht möglich.
Nach der Eingewöhnung in die Krippe (in ca. einem Monat) planen wir, abzustillen. Einfache kurze Versuche mit Trinkflasche oder Schnuller hatten nachts keinen Erfolg.
Allgemein nutzt sie den Schnuller nur kurz in der Phase vor dem zu Bett gehen.
Unsere Fragen

  • Wie können wir ihr helfen, dass sie (abends) besser durchschläft?
  • Wie kann man sich den starken Unterschied des Schlafverhaltens zwischen tagsüber und abends erklären? Warum wird der Papa abends/ nachts gar nicht akzeptiert?
  • Welche Tipps gibt es zum Abstillen in diesem Fall?

Danke schon mal.
Gruß
Linn

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 4 Wochen geantwortet

Danke, dass ich meine Gedanken zu Ihren bisherigen Ideen beitragen darf. Ich hoffe, damit aber keine Verwirrung zu stiften, denn so viele Fragen so viele unterschiedliche Antworten. Eigentlich bin ich aber froh über jede Frage! In Ihrem Fall freut mich besonders, dass sich für mich eigentlich alles ganz wunderbar anhört! Sie und Ihr Kind wirken entspannt und dass ein 13 Monate altes gestilltes Kind im Familienbett auf dem Weg von einer Schlafphase in die nächste noch einmal kurz checkt, ob Mamas Brust noch ein Schlückchen süße Milch hat, ist eigentlich auch ganz normal! Wichtig ist aus meiner Erfahrung, dass sie sich nicht den Löwenanteil der Kalorien in der Nacht holt und am Tag mäkelig ist. Da das aber nicht der Fall ist, wüsste ich nicht zu sagen, ob ich an Ihrer Stelle jetzt das Kind von seiner nächtlichen liebgewonnenen Gewohnheit abbringen wollte, wenn sie in einem Monat überlegen sie abzustillen. Vielleicht geniessen Sie noch einmal diese innigen Momente, die nur Sie beide haben können und verschieben die großen Veränderungen bis es ganz klar für Sie ist, dass Sie das Stillen beenden wollen. Meiner Erfahrung nach benötigen die Kinder oftmals ein entschiedenes Gefühl der Mama, das sie jetzt bereit ist für eine Veränderung, weil eine Zeit zu Ende geht und eine neue beginnt. Diesen Abschied würde ich einleiten mit Worten und kleinen Geschichten, damit ihr Kind sich darauf vorbereiten kann, dass etwas Neues passiert. Es sollte fühlen, dass es von Ihnen „gewünscht und gewollt“ ist. Falls eine Mama hingegen noch etwas ambivalent ist, fällt es den Kindern viel zu schwer.
Natürlich gibt es Kinder, die sich allein abstillen. Allerdings glaube ich, dass diese Kinder gespürt haben, dass es so in Ordnung für die Mama ist. Da ich Sie leider nicht kenne, fehlt mir ein bißchen das im persönlichen Gespräch notwendige „Gefühl“ wo Sie stehen mögen. 
Daher mein allgemein gehaltener Tip: erst die Eingewöhnung in die Kita und dann das Abstillen. Wenn sie in der Kita voll eingewöhnt ist, merkt sie, dass sie genauso gut ohne Mamas Brust einschlafen kann. Das liesse sich dann an Wochenenden und schliesslich auch an den Abenden zuhause übernehmen. Dafür würde ich mich für ein bis zwei Nächte vom Familienbett entschuldigen lassen, das heisst auch dem Kind erklären, dass Mama nicht zuständig ist sondern der Papa mit ihr schläft und sie tröstet, wenn sie es braucht. Nach einem Schmuseritual und Stillen, bringt der Papa sie allein zum Schlafen. Morgens kommt Mama dann wieder zum kuscheln und Morgenstillen.
Ihr Kind ist schon sicher an Sie gebunden. Das zeigt sich darin, dass sie den Papa nicht gleichwertig akzeptiert. DAs heisst nicht, dass sie ihn nicht Genauso liebt, aber wenn sie Hilfe braucht, dann sind Sie die 1. Ansprechpartnerin. Der Papa hat nur eine Chance Sie zu unterstützen, wenn Sie nicht in der Nähe sind. Dann wird sie ihm vertrauen, weil er ihre 2. Bindungsperson ist. Das ist eine biologischnotwendige Hierarchie und kann nicht durch gutes Zureden oder Pädagogik verändert werden. Mit zunehmender Hirnreife kann sie die Hilfe beider Eltern annehmen. Im Moment aber hat der Papa ganz schlechte Karte solange es eine Wahl gibt. Je weniger  Sie das in Frage stellen, desto sicherer wird sich ihr Kind fühlen.
Das klingt jetzt alles so mechanisch, weil ich es allgemein halte. Natürlich wäre eine persönliche Beratung viel abgestimmter auf Ihrer aller Bedürfnisse.
Wenn Sie tatsächlich jetzt etwas ändern wollen, sollten Sie damit beim  Einschlafstillen am Tag beginnen. Erzählen Sie Ihrem Kind was sie vor haben. Stillen Sie sie aber lassen Sie sie nicht an der Brust einschlafen. Es kann ein paar Tage dauern bis sie merkt was sie wollen und dass es nicht schlimm ist. Wenn es am Tag klappt, können Sie es am Abend ebenso machen. Erst stillen, dann ein Buchvorlesen, kuscheln, hinlegen und singen ohne an der Brust zu liegen.
Dies sind meine Gedanken und nun würde mich interessieren wie es Ihnen geht, wenn Sie es lesen? Schlecht? Gut? Sicher? Unsicher? Zuversichtlich? Verzagt? Schauen Sie immer ob es Ihnen gut geht! Dann fühlt ihr Kind sich sicher und kann Veränderungen leicht annehmen und mit gestalten.