Stundenlange Einschlafbegleitung (2 Jahre)Kategorie: EntwicklungsfragenStundenlange Einschlafbegleitung (2 Jahre)
Helen asked vor 1 Monat

Stundenlange Einschlafbegleitung (2 Jahre)

Hallo liebes „von Anfang“-Team,
ich weiß leider nicht mehr weiter. Unsere Tochter ist 2 Jahre und 1 Monat alt und schläft von Anfang an ausschließlich mit meiner Hilfe ein. Ich habe sie ein Jahr lang in den Schlaf gestillt und mach dem Abstillen in den Schlaf gekuschelt. Es hat einfach immer sehr lange gedauert und schnell geht es nur in Ausnahmefällen, wenn sie ihren Mittagsschlaf mal nicht machen wollte. Wenn dies der Fall ist, ist sie aber am Nachmittag schon sehr quengelig und ich bin der Meinung, dass sie ihren Mittagsschlaf noch braucht. 
Wir haben abends immer den gleichen Ablauf, doch wenn’s dann ins Bett geht (sie schläft mal bei uns im Bett und mal in ihrem Zimmer und kommt dann nachts rübergelaufen) dreht sie nochmal richtig auf und ich benötige mindestens 1 Stunde (nicht selten 2) um sie zum schlafen zu bekommen. Alleine geht nichts und mein Mann hat auch schon etliche mal versucht den Part zu übernehmen, jedoch endet das nur in fürchterlichen Geschrei! 
Für mich ist dies nur langsam auch keine aushaltbare Situation, da im Februar das Geschwisterchen kommt und ich dann gar nicht mehr weiß, wie ich das handhaben soll… Bei der Tagesmutter schläft sie ganz alleine ein! Für mich unvorstellbar, da sobald ich mich ein Stück entfernen möchte, sofort die Panik in ihr hoch kommt und sie fürchterlich anfängt zu weinen. 
Vielleicht habt ihr einen Tipp aus der Ferne. Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen… 

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 1 Monat geantwortet

Ihr Fall liest sich so dramatisch, dass ich Ihre Not gut nachvollziehbar finde. Gerade in Anbetracht des kommenden Geschwisterchens ist Ihr Druck enorm groß. Hier in diesem Forum kann ich mich nur sehr allgemein halten, aber auf alle Fälle kann man deutlich feststellen, dass jegliche Form von Druck das grösste Schlafhindernis ist, das wir kennen. Da Sie uns erzählen, dass Ihre Tochter bei der Tagesmutter gut einschlafen kann, ist zu vermuten, dass Ihr Kind gut einschlafen kann, wenn es seine Müdigkeit spüren kann. Im Umkehrschluss könnte es bedeuten, dass das bei Ihnen nicht der Fall ist. Im ersten Lebensjahr haben Sie ihr Kind so intensiv in den Schlaf begleitet, dass es kein deutliches Müdigkeitsgefühl kennenlernen konnte, auf die es selbstständig reagieren konnte. Das gibt es bei einigen Kindern ohne dass die Eltern etwas falsch machen. Diese Kinder schaffen es nicht sich selbst gut regulieren zu können. Genau das benötigt man aber, um sich selbst beruhigen zu können und die Aussenreize abwehren zu können. Nun ist ihr Kind bereits 2 Jahre alt und es könnte durchaus sein, dass sie mittlerweile gereifter ist und ihre Selbstregulation auch besser. In dem Fall wäre das Verhalten beim Einschlafen eine ungünstige Gewöhnung. Je länger es anhält, desto stärker steigt die Angst es aufzugeben. Nur eine persönliche Beratung kann Ihnen konkreter helfen, zum Beispiel um festzustellen ob ihr Kind eigentlich reif genug für Selbstberuhigung ist oder ob da noch Unterstützung erforderlich ist.
In jedem Fall kann ich Sie jedoch nur ermutigen, den Entschluß zu fassen, die ungünstigen Einschlafrituale zu beenden. Es ist dabei vor allem notwendig, dass Sie wissen, dass Sie Ihrem Kind damit nicht schaden, sondern zu mehr Entspannung verhelfen. Wenn ein Kind spürt, dass die Eltern ihm etwas zutrauen, bekommt es Mut und lässt sich auf eine Veränderung ein. Der erste Abend kann noch sehr holprig verlaufen, meist ist am 3. Abend der Bann gebrochen und das Kind versteht, dass es keine Machtkämpfe mehr geben muss, sondern dass es ganz normal ist, sich liebevoll in die Nacht verabschieden zu lassen. Wie Sie dies im Einzelnen gestalten ohne ihr Kind schreien oder leiden zu lassen, lässt sich nur persönlich besprechen. Wir bieten Beratungen auch digital an, wenn Sie wünschen. Wenn Ihnen diese ersten Gedanken ausreichen, um vielleicht selbst zu probieren ob Sie entspannter in den Abend gehen können und Ihnen vielleicht auch ein neue Form einfällt, dann besprechen Sie dies Vorhaben mit Ihrem Kind und bitten Sie sie um Mithilfe. Nichts finden Kinder in dem Alter schöner als helfen zu dürfen! Hoffentlch klappt’s!