Schreibaby und GeschwisterkindKategorie: SchreibabysSchreibaby und Geschwisterkind
Nina K asked vor 4 Monaten

Schreibaby und Geschwisterkind

Hallo,
Unsere Tochter ist 7 Wochen alt und seit der 3. Lebenswoche hat sie vor allem abends ab 19 Uhr große Schwierigkeiten in den Tiefschlaf zu finden. Wir lösen das mit Pezziball und stundenlangem Tragen. Anstrengend,  aber es funktioniert – gegen 23 Uhr schläft sie nach mehrmaligem Aufwachen ein, kann abgelegt werden und schläft mit Stillen und Abhalten bis 9 Uhr frühs. Ich habe mir die anderen Artikel zu Schreibabys durchgelesen  – tagsüber ist es jedoch unmöglich sie in den Tiefschlaf zu bekommen. Vielleicht braucht sie das auch nicht wegen der erholsamen Nacht. Sie schläft immer nur 30-45 Minuten auf dem Arm oder in der Trage. In Ausnahmen im Auto oder im Wald unterwegs auch mal länger. 
Ich versuche Reize weitestgehend zu minimieren – beim Einschlafen auf dem Pezziball schalte ich weißes Rauschen ein – ohne geht es gar nicht. Gerade ist mein Mann mit unserem ersten Kind, 3 Jahre alt, unterwegs. Doch der Normalzustand ist, dass ich mit beiden Kindern ca 6-8 Stunden täglich alleine bin. Unser Sohn ist sehr lebhaft, liebt Bewegung, Musik und fordert seine Aufmerksamkeit ein. Es ist mir somit schlichtweg unmöglich, tagsüber Reize mit ihm zu reduzieren. 
Einschlafen findet dann also im hellen Wohnzimmer (und nicht im dunklen Schlafzimmer) mit weißem Rauschen und seinen Geräuschen statt. Es dauert manchmal länger, klappt aber. 
 
Meine Frage ist nun – was ist einem so reizoffenen Baby in der 7. Lebenswoche zuzumuten? Ich kann mich ja nicht vor meinem Sohn verstecken und ihn ständig warten lassen. Es ist einfach unmöglich da jederzeit prompt auf meine Tochter zu reagieren, dh ein webig Frustration muss die aushalten. Und rausgehen – was ich verstanden habe soll man das mit Schreibaby kaum – aber wie soll ich nach diesem langen Winter meinem gelangweilten Sohn erklären, dass wir nicht zum Spielplatz gehen? Vor allem im Bewusstsein, dass je frustrierter er ist, desto unerträglicher wird die Situation für mein Baby und mich. Ich bin etwas ratlos und verunsichert – ich möchte beiden gerecht werden.
Bisher war es am Spielplatz teilweise ok, teilweise Grenzwertig. Ich hatte sie bis auf Stillen und Abhalten dabei in der Trage. Auf Wind, Sonne, Geräusche, Gerüche reagiert sie empfindlich. Trotzdem kann ich es kaum vermeiden,  die Wohnung (bzw. Das ruhige Schlafzimmer) ab und zu zu verlassen. Im Wohnzimmer ist sie sehr neugierig und schaut viel herum.
Ich hoffe das war nicht zu chaotisch beschrieben. Liebe Grüße, Nina 

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Monaten geantwortet

Leider mussten Sie urlaubsbedingt länger auf meine Antwort warten. Sie haben mir sehr anschaulich das Dilemma einer feinfühligen Mama geschildert. Eigentlich ist der Altersabstand von 3 Jahren ideal, weil die Kinder dann zumeist gern in die Kita gehen und auch durch das einschneidende Erlebnis der Geburt eines Geschwisterkindes immerhin ihren Alltag während der Kitazeit aufrecht erhalten können. Sie sind wirklich eine tolle Mama, das sehe ich daran, dass Sie sowohl die Belange ihres Großen wie auch die des Babys vollkommen im Blick haben. Es muss sich dann schmerzhaft anfühlen, dass Sie nicht beiden gerecht werden können. Mit 6 Wochen werden die Babys tagsüber viel wacher. Dann können sie sich noch nicht selbst beruhigen und das ist bei reizoffenen Babys meist mit der großen Unruhe verbunden. Wie Sie es machen, kann es für den jeweilig anderen schwierig werden- daher würde ich Ihnen wünschen, dass der Große schon ein paar Stunden in der Kita verbringen kann, in denen Sie mit dem Baby in Ruhe zuhause bleiben. Umgedreht würde ich es begrüssen, wenn Sie auch mal Babyfreie Zeit für den großen Bruder eirichten können. Wellcome oder Notomas können Ihnen helfen, die Erschöpfung rascher in den Griff h zu bekommen. Beides zusammen führt zu unnötigen Stres. Doch in den sensiblen ersten Wochen wäre eine weitere Unterstützung dringend erforderlich, da sie ein so reizoffenes Baby haben. Alles was Sie beschreiben, zeigt, dass Sie alles richtig machen. Besser wäre natürlich ein persönlicher Termin. Wenn Sie ausserhalb von Hamburg wohnen, könnten Sie gern auch einen online-Termin zur individuellen Beratung vereinbaren. Da kann man noch gezielt schauen wie Sie das Baby unterstützen können ohne den Großen zu überfordern. Melden Sie sich gern!