Schlafschwierigkeiten in der 2. NachthälfteKategorie: SchlafschwierigkeitenSchlafschwierigkeiten in der 2. Nachthälfte
Eric N asked vor 8 Monaten

Schlafschwierigkeiten in der 2. Nachthälfte

Hallo, 
mein Sohn ist 6,5 Monate alt und schon seit einiger Zeit ist die zweite Nachthälfte sehr anstrengend. Er geht gegen 19:00/19:30 Uhr ins Bett (schläft im eigenen Zimmer, und schläft manchmal von alleine ein). Er schläft dann oft bis 22:30/23 Uhr. Dann wird er gestillt (dort trinkt er sehr viel). 3 Stunden später wird er wieder wach, kommt aber nicht direkt an die Brust und schläft auch schnell wieder ein (muss aber auf den Arm). Gegen 3/4 Uhr wird er wieder wach und wird auch gestillt. Allerdings trinkt er da nicht sonderlich viel. Ab da an wird er dann sehr oft wach.. er „schläft“ oft nur 20-30 Minuten. Gegen 6:30/7 Uhr starten wir dann mit der Morgenroutine. 
Tagsüber hält er drei Schläfchen. Aktuell haben wir die Möglichkeit sehr genau auf die Uhrzeiten zu achten 😉 Das erste Nickerchen wird probiert zu einer einigermaßen festen Zeit nicht vor 8:30 Uhr zu halten. Nach 45 Minuten wird er aber geweckt. Dann ist er ca. 2:20 Std wach und hält einen langen (1,5 Std) Mittagsschlaf. Von dem wacht er oft von alleine auf. Nachmittags macht er noch mal ein Nickerchen von 45-60 Minuten (oft im Kinderwagen).
Ich hoffe Sie können uns weiterhelfen. 
Liebe Grüße

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 8 Monaten geantwortet

Hallo, sehr gern möchte ich Ihnen helfen, aber ich fürchte meine Antwort wird Ihnen nicht so gefallen, weil ihr Sohn jetzt ein von Ihnen geschildertes Verhalten zeigt, was eigentlich „normal“ ist für ein gestilltes Baby nach dem 7. Lebensmonat. Allerdings kann ich natürlich verstehen, dass das eine unbefriedigende Antwort wäre, wenn ich nicht doch noch einige ermutigende Aspekte hinzufügen würde.
Fangen wir mit den guten Nachrichten an: mit 6 Monaten bewegen sich die Babys meist schon von den Eltern weg und „erleben“ aufgrund ihrer Entdeckerfreude schon so viel, dass sie in der 2. Nachthälfte vermehrt träumen und sehr unruhig schlafen. Dies bekommen viele Eltern wie auch Sie deutlich zu spüren. Es beunruhigt Eltern vor allem weil sie dies unerwartet trifft und weil sie nicht wissen, dass die Kinder dabei nicht leiden müssen. Die unruhige Motorik kann so heftig sein, dass viele Eltern denken, sie müssten ihr Kind trösten, weil es Schmerzen hat. Doch diese Entladungen sind Ausdruck von vermehrt auftretenden Traumphasen aus denen manche Kinder nicht zurück in die Tiefschlafphasen finden, selbst wenn die Eltern alles veranstalten, um sie zu trösten. Meistens verlängert man dadurch nur die Unruhephase. Vorausgesetzt dass das Kind kein Fieber oder erkennbare Krankheitsanzeichen hat, hilft in diesen Fällen weniger besser als mehr.
Ich hoffe, dass diese gute Nachricht Sie ein wenig entspannter diese Phase in der Zeit um 3.00 h morgensdurchstehen lässt. Die Kinder sind eigentlich ausgeruht am nächsten Morgen.
Wenn Sie jetzt durch die Pandemie selbst auch ein wenig ruhiger leben können, so legen Sie doch ihr Kind am frühen Morgen noch einmal hin und sorgen Sie erst einmal für sich, starten Sie ruhig in den Tag und entspannen sich etwas bis der Kleine aktiv wird.
Nun ist es wichtig eine gute Tagesstruktur zu entwickeln und gemeinsame Mahlzeiten und Spielzeiten einzuplanen, vor allem viel Freude miteinander zu haben. Der weitere Ablauf des Schlafens hört sich bei Ihnen sehr gut an und vermittelt mir nicht den Eindruck, dass Ihr Kind insgesamt nicht auf eine gute 24 Stunden Schlafmenge käme. 
Was isst er denn neben den Stillmahlzeiten? Die Welt ist jetzt so aufregend für ein kleines Kind, dass manche nicht so viel Ruhe finden, um genug zu essen. Versuchen Sie dafür eine gute Struktur zu finden und begleiten Sie alle Handlungen mit dem Benennen der jeweiligen Aktionen. 
Ich kann mir vorstellen, dass es dabei keine Probleme geben wird. Aber die Unruhe in der 2. Nachthälfte kann noch lange andauern. Versuchen Sie ihrem Kind zu signalisieren, dass sie bei ihm sind aber dass Sie ihm nicht wirklich helfen können. Streicheln Sie es aber nehmen es möglichst nicht hoch. Machen Sie kein Licht an und bleiben Sie auch so ruhig es geht. Manche Kinder sind sehr sehr laut, da sollten Sie sich abwechseln, damit jedes Elternteil sich nachts erholen kann. Es ist eine sehr beanspruchende Phase und ist besser zu verkraften, wenn man gelassen bleiben kann. Nun vielleicht noch der nicht so schöne Satz: Bei manchen Kindern kann man diese nächtliche Unruhe nicht beeinflussen und man muss es auch nicht, das Gehirn wird reifer und die Erregung wird abnehmen. Bitte bleiben Sie so ruhig es geht.