Schlaf Kleinkind, wacht immer noch sehr häufig aufKategorie: SchlafschwierigkeitenSchlaf Kleinkind, wacht immer noch sehr häufig auf
Becci asked vor 3 Monaten

Schlaf Kleinkind, wacht immer noch sehr häufig auf

Hallo!

Ich bin Mama einer nun 23 Monaten alten Tochter. Schlaf war bei uns schon von Anfang an kein schönes Thema.
Sie wacht leider immer noch sehr oft auf. Oft alle 2 Stunden, in der 2. Hälfte gerne aber auch stündlich. Wenige Tage im monat schläft sie auch mal mehr wie 2 Std. Das höchste der Gefühle waren mal 5 1/2 Std, aber das kam auch nur einmlaig vor. Über 3 Std ist hier echt eine absolute Ausnahme.
Mittlerweile bin ich einfach nurnoch Kaputt und möchte endlich, endlich länger am Stück schlafen. Zumal ich in einen Monat wieder anfange zu arbeiten….

Wir haben, meiner Meinung nach und auch von anderen Bestätigt, eine sehr gute Bindung. Sie schläft mit im meinem Bett, bekam bis vor 8 Tagen nachts noch die Flasche mit Pre. Diese haben wir jetzt aber geschafft, weg zu lassen. Wenn sie aufwacht reicht es mal ein wenig SHHHH zu machen und die Hand auf sie zu legen, mal will sie aber auch was trinken (dann gibs Wasser), manchmal mag sie kuscheln.
 Wir machen Einschlafbegleitung, da sie ohne uns nicht einschlafen mag (ist ja auch völlig okay). Schlafen geht sie ca 19 Uhr und aufgestanden wird so gegen 7 Uhr.

Mittags macht sie ca 1-1 1/2 Std Mittagsschlaf, den braucht sie auch ganz dringen, da sie sonst gegen 16 Uhr einschläft.

Mittlerweile bin ich echt am Ende und höng hier oft nurnoch auf der Couch rum, weil ich so müde bin.
Habt ihr Tipps, Ideen, Anregungen?

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Monaten geantwortet

Ohje, ich glaube Ihnen gern, dass Sie völlig erschöpft sind! Zwei Jahre ohne durchzuschlafen sind extrem. Immerhin haben Sie sich wirklich nichts vorzuwerfen! Immer wieder lasten es sich Eltern an, wenn die Kinder unruhig schlafen. Dabei ist es hauptsächlich genetisch festgelegt, ob die Kinder in der Lage sind zu tiefer Ruhe zu kommen oder ob sie sich schwer damit tun, sich gut regulieren zu können.  Bei den 30 % Kindern, die sich nach dem 3. Monat  nur mit Hilfe beruhigen können, sind Eltern sehr gefordert. Ich denke Ihr Kind gehört dazu und ich empfehle eine gezielte Schlafberatung – in heutiger Zeit muss das nicht in Präsenz sein, sondern geht auch als Videoberatung. Ein unruhiges Kind zerrt auch an den Nerven der Eltern und leicht schaukeln sich dann alle hoch. Es ist dann sehr hilfreich sich frühzeitig Tips zu holen wie man eine Schlafbegleitung so gestalten kann, dass die Kinder sich selbst regulieren können. Schlafen und Bindung sind zwei unterschiedliche Schuhe. Ein sicher gebundenes Kind kann ein sehr schlechter Schläfer sein. Daher bitte ich Sie sich auf keinen Fall Vorwürfe zu machen. Es ist legitim sich müde zu fühlen und nach Lösungen zu suchen, um etwas für sich zu tun. Ihr Kind hat noch den Rhythmus der einzelnen Schlafphasen, die es nicht verbinden kann. Sie hingegen benötigen aber eine längere Dauer Schlaf am Stück.  Ich freue mich, dass Sie sich an uns wenden. Wenn Sie beginnen sich und Ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, sind Sie schon ein großes Stück weiter gekommen. Denn nur wenn Sie eine klare Haltung ihrem Kind gegenüber ausstrahlen, fühlt es sich sicher und kann sich besser mit einer Veränderung wie dem Verzicht auf die Nachtmilch arrangieren. Natürlich sind Gewohnheiten nicht leicht aufzugeben. Jede Veränderung verunsichert erst einmal. Daher ist es wichtig, sich mit dem Kind vorher abzusprechen und die nächsten Schritte anzukündigen. Mit zwei Jahren sind Kinder sehr kooperativ und es gilt vor allem sie als „Partner“ zu gewinnen. Daher sprechen wir immer davon, dass das Schlafverhalten sich nur durch das Verhalten am Tag beeinflussen lässt. Wie gut kennt Ihr Kind seine Bedürfnisse und ist in der Lage diese mitzuteilen? Wieviel Hilfe benötigt es oder was kann es schon alles allein oder mit Hilfe schaffen? Die sichere Bindung ist unbestritten die Grundlage für eine selbstständige selbstbewusste Entwicklung, doch sie ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite ist die Selbstwirksamkeit, die Autonomie und die Neugier auf Lernen. Das heisst, Kinder wollen kuscheln aber auch Neues kennenlernen und selbstständig werden! Etwas allein zu können, erfüllt sie mit Stolz, aber natürlich nur im Rahmen dessen was zum Alter passt. Kein 2 jähriges Kind muss etwas allein können, aber es darf probieren was es schon allein schafft, wenn die Eltern es dazu ermutigen. Diese allgemeine Bemerkung betrifft auch das Schlafen und andere schwierige Entwicklungsthemen wo es Fort- und Rückschritte geben wird, Kinder wollen sich ausprobieren und manchmal sind sie mutiger und manchmal brauchen sie wieder mehr Zuspruch. Für Eltern ist das sicher schwieriger, weil es bedeutet, dass sie agil sein sollten aber eine klare innere Haltung bewahren. Ein letzter Gedanke kann Ihnen vielleicht helfen: durch Trösten, Trinken oder Herausnehmen können Sie die lebhafte Traumaktivität eines Kleinkindes in der 2. Nachthälfte nicht beenden. Seien Sie nur da und schauen Sie, dass Sie selbst dabei ruhig bleiben. Diese lebhafte Traumaktivität ist ein Zeichen für Lernen. Die Kinder sind im Schlaf unruhig wenn sie lernen. Stören Sie möglichst nicht ihr Kind dabei. Machen Sie genau das was sie bereits tun und möglichst nicht mehr sondern eher weniger. Melden Sie sich gern wieder!