Rückmeldung Entspannung finden/ allein EinschlafenKategorie: SchlafschwierigkeitenRückmeldung Entspannung finden/ allein Einschlafen
Eileen asked vor 2 Monaten

Rückmeldung Entspannung finden/ allein Einschlafen

Hallo,  nach etlichen Wochen/ fast 4 Monaten , seitdem wir ein anderen Einschlaf-Ritual umsetzen, ist es noch immer sehr schwierig. 
Mittlerweile fordert unser 2Jahre/ 1 Monat alter Sohn unsere jeweilige Anwesenheit beim Einschlafen ein.  Er vergewissert sich tatsächlich oft, ob wir noch da sind. Nach wie vor werden die abendlichen Aktivitäten sehr hinaus gezögert. Allerdings hat sich sein Verhalten in letzter Zeit etwas verändert,  womöglich spürt er unsere Unsicherheit,  wie wir den abendlichen Ablauf gestalten und ihn ins Bett bringen wollen. Denn uns fehlt hierfür ‚ der rote Faden ‚, ein Plan,  der uns ein sicheres auftreten ermöglicht. 
Wir vermuten,  dass er seit einigen Tagen seine Grenzen ausloten und entdecken möchte,  was seine eigene Autonomie bedeutet. Er möchte sich nicht die Zähne putzen,  er möchte keinen Schlafanzug anziehen,  er möchte keinen schlafsack anziehen (der wirklich sehr dünn ist). Er möchte noch nicht ins Bett gehen,  er möchte unendlich lang puzzeln,  wenn wir ihn umziehen wollen Tritt er uns, manchmal beißt er (wir wissen,  weil er wütend ist) . Tagsüber ist sein Verhalten ganz in Ordnung.  Nur abends gibt es nun fast immer diese Auseinandersetzungen. Was können wir zum besseren Einschlafen und begleiten in dieser Phase tun ? Vielen Dank. 

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 2 Monaten geantwortet

Hallo zurück. Ihre „Frage“ enthält schon so viele tolle Antworten, dass ich annehme, dass Sie eigentlich alles „richtig“ machen!  Sie haben sehr anschaulich geschildert wie die bisherigen Einschlafrituale von dem zweijährigen Sohn immer mehr in Frage gestellt werden. Leider haben Sie weniger beschrieben wie Sie es jetzt machen als schon eine Erklärung versucht zu finden. Damit liegen Sie sicher richtig, denn niemand kennt sein Kind besser als die Eltern. Mit zwei Jahren möchten Kinder wissen bis wohin sie gehen können. Aber was wir unter „Grenzen setzen“ verstehen, muss sich aus dem Alltag miteinander zwischen Eltern und Kind durch Aushandeln entwickeln. Ganz offensichtlich klappt das bei Ihnen ja am Tag auch bereits prima. Dass es am Abend schwierig ist, liegt an 3 Komponenten. 1. Am Ende des Tages ist die Reizüberflutung und die zunehmende Müdigkeit schwierig beim Runterkommen 2. Gerade am Abend drohen einige „Machtkämpfe“ wie Abendessen, das enttäuschende Beenden des Spieles, das Zähneputzen und ähnliches mehr. 3. Auch die Eltern sind müde und wollen keinen Kampf. Da neigen sie schon mal zu inkonsequentem Verhalten z.B. doch noch eine weitere Geschickte vorlesen und noch ein Lied … Das Kind hat dann zwar gewonnen, aber das gibt ihm nicht die notwendige Sicherheit.
Mein Vorschlag wäre: beziehen Sie ihr Kind ein, um ein Ritual zu finden und handeln sie mit ihm aus, dass es einmal mitbestimmen kann, aber dann bleiben sie dabei z.B. nur ein Buch lesen, nur 1 Lied singen, nur vor dem Bettgehen etwas trinken und nicht mehr danach nur wenig Einschlafhilfe wie dabei stehenbleiben aber nicht mehr dazu legen. Das alles natürlich nur bei gesunden Kindern und einem normalen Tagesablauf. Ein gesundes zweijähriges Kind möchte schon alles mitbestimmen, aber neigt dazu sich zu überschätzen und ist dann unglücklich weil die Eltern ihm nicht genug Halt geben durch ihre konsequente liebevolle Haltung.
Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Beobachtung dass Ihr Kind gerade abends besonders viel Sicherheit von ihrer Seite braucht. Wenn Sie schon mit Grauen an den Stress am Abend denken, kann sich ihr Kind nicht entspannen und fängt an zu kämpfen.
Mein Tip: wechseln Sie sich mit Ihrem Partner ab und achten Sie gut auf sich bevor sie ihr Kind ins Bett bringen. Trinken Sie etwas, atmen sie ruhig durch, machen Sie es sich gemütlich und suchen Sie ein Buch aus oder eine Geschichte, die Ihnen selbst viel Freude macht. Sprechen Sie mit dem Kuscheltier ihres Kindes und wünschen Sie ihm auch eine gute Nacht. Kinder in dem Alter lieben Rollenspiele, versuchen Sie dies ev. zu nutzen. Das Wichtigste ist so wie Sie es schreiben: vermeiden Sie Machtkämpfe, denn mit Stress können wir alle nicht entspannen. Ich hoffe, dass Ihnen das möglichst oft gelingt. Wenn sie sehr gestresst sind, schauen Sie achtsam auf sich selbst.