Rückmeldung Entspannung finden/ allein Einschlafen Teil 2- wir brauchen womöglich Hilf3Kategorie: SchlafschwierigkeitenRückmeldung Entspannung finden/ allein Einschlafen Teil 2- wir brauchen womöglich Hilf3
Eileen asked vor 1 Monat

Rückmeldung Entspannung finden/ allein Einschlafen Teil 2- wir brauchen womöglich Hilf3

Liebes Team von vonanfangan, 
Ich bin Ihnen unendlich dankbar für Ihre Rückmeldungen .da heute Samstag ist,  habe ich abends mehr Ausdauer zu schreiben und muss heute inhaltlich weiter ausholen. Denn womöglich brauchen wir noch weitere Hilfe. 
Für Sie ist es womöglich einfacher,  wenn ich bereits jetzt unsere Fragen/ Zweifel schreibe. 
Ist unser Sohn (2) Körperlich evtl nicht ausgelastet/ fehlt ihm Bewegung? Inwieweit können wir zwischen echten Bedürfnissen und Grenzen austesten unterscheiden? Wie können wir ihn liebevoll und trotzdem konsequent begleiten? 
Ich möchte Ihnen schildern,  wie sich die letzten Tage entwickelt haben. Unser Sohn ist vermutlich in einer größeren Umbruchs-/ Entwicklungsphase. Womöglich auch Autonomie-Phase. Plötzlich lehnt er alle möglichen Dinge ab, einen schlafoverall anzuziehen oder auch einen schlafsack.  Morgens lässt er sich nicht gern anziehen und abends zögert er das Einschlafen heraus. Nach meiner letzten Nachricht Hier, habe ich beschlossen,  einfach Aus dem Bauchgefühl heraus,  die Abende anders zu gestalten.  Und zu schauen,  was passiert. Zuvor gab es nach Abendessen und Zähne putzen immer Gegenwehr, leider auch mit treten und teilweise beissen. Er wollte immer noch einmal puzzeln,  noch einmal ein Buch ansehen. Noch einmal zur Toilette gehen (um dann doch nicht zu müssen). Er hatte es raus gezögert und zwar sehr. An den folgenden Abenden haben wir ihn nach dem Zähne putzen- so gegen 19.15/19.30 uhr- einfach gefühlt ‚open end‘ spielen lassen. Wir haben versucht,  uns nicht sehr am Spiel zu beteiligen.  Erstaunlicherweise hat sich sein Spiel nur auf sein Zimmer beschränkt,  kein Toben mehr, keine Spiele, die ihn wach halten. Bücher ansehen, kuscheln,  puzzeln. Gute Nacht Musik hören.  Gegen 21 Uhr zeigt er uns dann, und sagt es auch, dass er in sein Bett möchte. Danach schläft er jedoch immer noch nicht. Er wuselt im Bett umher, wälzt sich, turnt manchmal umher, spielt mit den Füßen am Gitter etc. (Ist er tatsächlich noch immer nicht müde?)Irgendwann nach 20 – 30 min schläft er ein. Diese letzten Abende haben sich also trotzdem hingezogen und wir waren als Eltern sehr müde. Auch wenn es stressfreier war. 
Wie nun könnten wir ihm ein paar einfache Grenzen setzen,  da sind wir nun etwas überfragt.  Außerdem würden nach den letzten Monaten der einschlafbegleitung gern wissen, auf welche Weise man ihn daran gewöhnen kann,  dass wir zum Einschlafen auch das Zimmer verlassen können.  Momentan können wir den Raum verlassen,  aber nicht für sehr lange Zeit. Max. 10 Minuten , denn dann ruft er und fängt an zu weinen.  Bisher haben wir uns nicht getraut, für längere Zeit nicht mit in seinem Zimmer zu sein. Denn grundsätzlich ist er sehr sensibel. Er hat ziemlich viel zu verarbeiten und hat immer wieder mit Ängsten zu tun. ZB wenn wir unseren Staubsauger einschalten,  ist er die ganze Zeit damit beschäftigt,  zu sagen,  dass er keine Angst zu haben braucht. Er spricht schon sehr viel. Nun möchte ich mit meiner Schilderung abschließen und hoffe sehr auf ein paar Tipps. Denn heute Mittag hat er keine Minute geschlafen und vorhin hat er sich wieder sehr schwer, in den Schlaf zu finden.  Obwohl er bestimmt sehr müde war.  Wir als Eltern fühlen und gerade ziemlich erschöpft,  wollen ihn aber so gut es geht begleiten,  damit es für uns alle bald wieder entspannter wird. Vielen Dank , dass Sie für alle interessierten Eltern da sind. Das ist unheimlich wertvoll:-)

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 1 Monat geantwortet

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen. Es ist hier ja nur eine Möglichkeit allgemeinere Fragen zu beantworten. Um Ihnen wirklich zu helfen, würde ich Sie gern persönlicher sprechen. Wenn Sie nicht in Hamburg wohnen, gäbe es die Möglichkeit uns eine mail zu schreiben und wir empfehlen etwas an Ihrem Wohnort oder eine Videosprechstunde.
Doch nun zu Ihrer Frage, auf die ich gern eingehen kann, weil sie doch sehr gut Ihr Anliegen beschreiben können. Erst einmal gratuliere ich Ihnen dazu, dass es Ihnen gelungen ist, aus dem Machtkampf herauszukommen! Nun geht es darum, nicht nur nachzugeben, sondern eine Form zu finden, in der beide Parteien jeweils aushandeln was gemacht wird. DAbei dürfen die Eltern die Regeln für die wirklich wichtigen Dinge festlegen: an der Strasse an die Hand, am Kantstein stehenbleiben, im Autositz festschnallen, Händewaschen als Ritual, Zähneputzen etc. Nicht zwingen kann man ein Kind beim Essen, bei der Sauberkeitserziehung und beim Schlafen, weil es Bedürfnisse, des Kindes sind, die es allein fühlen lernen muss. Zum Beispiel ist der Toilettengang mit 2 Jahren noch unnötiger Stress, weil die meisten Kinder frühestens ab 2 1/2 Jahren ein Gespür dafür entwickeln. Überhaupt geht es in dem Alter vor allem darum, wie nimmt ein Kind seinen Körper wahr und vertraut zunehmend seinen eigenem Vermögen. Daher ist Bewegung sehr wichtig! Ich bejahe den 1. Punkt auf alle Fälle: mit 2 Jahren können Kinder bereits so viel motorisch, dass sie ständig neue Fertigkeiten üben und weiterentwickeln. Es reicht nicht mehr nur zu rennen, nun muss auch der Roller oder das Laufrad her. Sie klettern und schaukeln, balanzieren und üben den ganzen Tag. Von daher ist die Möglichkeit sich an der frischen Luft auszutoben genau richtig in dieser Altersstufe. Leider verfolgen Kinder dabei aber andere Ziele als Erwachsene und „Spaziergänge“ können schon beim ersten Käfer mit einer grossen Pause enden oder durch beängstigende Begegnungen mit Hunden eingeschränkt sein. Wenn Sie möglichst wenig „Erledigungen“ mit ihrem Kind machen, sondern ihm viel Selbsterfahrung und Selbstausprobieren ermöglichen, dann ist es optimal. Alles was ihr Kind an Reizangeboten über Augen und Ohren erhält, versucht es zu verarbeiten und kann damit sehr schnell an seine Grenze kommen. Dann braucht es Ihre Nähe und viel Geduld. Also Einkaufen mit 2 Jährigem ist nur stressfrei, wenn es kurz ist und das Kind dabei eine „Aufgabe“ bekommt. „Sport“ in dem Alter ist nicht nötig, aber mit anderen Kindern toben oder auch mit Mama und Papa brauchen alle Kinder. Angesichts Corona würde ich auch im Winter mindestens 1  bis Stunden täglich auf Spielplätze – auch bei schlechtem Wetter gehen. Wichtig für Sie: ihr Kind braucht sie, es kann sich nur begrenzt allein beschäftigen. Auf keinen Fall dürfen so sensible Kinder wie Ihr Sohn fernsehen oder tablets schauen. Wenn es gar nicht anders geht, dann nur mit ihnen gemeinsam. Grundsätzlich ist unter 3 Jahren jedes digitale Medium für die Gehirnentwicklung sehr schlecht. Jedes noch so schief gesungene Lied der Eltern ist besser als der tollste Kinderchor vom Tablet! Ihr Kind möchte ihnen jetzt auf Schritt und Tritt folgen, weil es ihnen helfen möchte. Geben Sie die Gelegenheit dazu – dann wird es glücklich sein und sich wertvoll fühlen.
Genau so würde ich auch das Abendritual einführen: wir machen es zusammen, ich helfe dir und du hilfst mir. Danach kann ihr Kind gern noch etwas „Runterkommen“ und allein spielen. Das finde ich ganz toll wenn es das macht. Allerdings haben Sie in der Hand zu welcher Uhrzeit er es macht. Schließlich hat ein 2 jähriger noch kein Zeitgefühl. Ich würde -wenn er Ängste hat- ruhig länger in seinem Zimmer bleiben, um ihm Sicherheit zu geben. Sie kündigen aber bitte an, dass sie dann rausgehen werden. Es gibt dann aber keine Ablenkungen mehr, sondern nur noch das Rückversichern „alles ist in Ordnung“ und „ich passe auch auf dich auf, wenn du schläfst“. Am Besten suchen Sie sich einen bequemen Stuhl in der Nähe des Betts und entspannen sich selbst, atmen sie ruhig, meditieren sie ein wenig, denken sie an schöne Momente des Tages. Ihre positive Entspannung wird sich auf ihr Kind übertragen und Sie sind schon ein wenig erholter, wenn ihr Kind dann Ihnen und Ihrem Mann den „freien“ Abend überlässt und fühlen sich nicht so ausgelaugt. Sehen Sie diese Zeit des Sitzens nicht als verlorene Zeit an sondern als kleine Exklusivzeit- deshalb machen Sie es sich bequem. Sie müssen nicht warten bis ihr Kind eingeschlafen ist, aber sie sollten es als gegeben hinnehmen, dass die Methode ihres Kindes in den Schlaf zu kommen mit viel „Wühlen“ und Bewegen verbunden ist. Viele Kinder sprechen mit ihren Kuscheltieren oder singen dabei zur Selbstberuhigung. Lassen Sie ihn seinen Weg zum Abschalten finden, versuchen Sie selbst gelassen zu bleiben. Probieren Sie es aus und melden sich! Alles Gute!