Plötzlich Schlafstörungen Kind 18 MonateKategorie: SchlafschwierigkeitenPlötzlich Schlafstörungen Kind 18 Monate
Berry asked vor 5 Monaten

Plötzlich Schlafstörungen Kind 18 Monate

Hallo, unsere Tochter ist 18 Monate alt und das Schlafthema hat sich vor circa zwei Monaten zur absoluten Katastrophe entwickelt. Bis dahin ist unsere Tochter jeden Abend mit Spieluhr auf unserem Arm oder auch manchmal im eigenen Bettchen mit Händchen halten eingeschlafen. In der Regel hat es so 30 Minuten gedauert. Sie wurde auch nachts hin und wieder wach auch mal für längere Zeit aber hat in der Regel immer wieder irgendwann im Bett in den Schlaf gefunden. Seit zwei Monaten ist es nun so das wenn wir mit dem Abendritual beginnen erst alles gut ist aber sobald ich sie in Ihr Bett lege fängt sie wie von Sinnen an zu schreien und möchte auf garkeinen Fall mehr in dem Zimmer sein. Sie zeigt dann ganz wild auf die Tür und möchte raus. Aber auch in jedem anderen Raum fängt sie total an zu schreien. Wenn wir uns ins Elternbett legen, oder auf die Couch legen (was bis vor kurzem noch teilweise möglich war) oder uns in ihre Kuschelecke legen fängt sie fürchterlich an zu schreien. Sie nimmt dann immer meiner Hand und möchte sich immer auf ihren Hochstuhl setzen. Nur dort finden sie zur ruhe wenn sie ganz dicht neben mir sitzt und in ein Buch schauen kann. Irgendwann schläft sie dann dort ein und ich kann sie im besten Falle in ihr Bett tragen. Das dauert am Abend aber auch schon mal so zwei Stunden. Wenn sie wacht wird, was auch jede Nacht der Fall ist weint sie auch immer und ist total unglücklich und möchte sofort wieder ins Wohnzimmer auf Ihren Hochstuhl. Wir haben diesen auch schon versteckt aber dann waren ihren Ausbrüche noch viel schlimmer. Die Wachphasen in der Nacht sind teilweise drei bis vier Stunden. Dadurch kommt sie aktuell auf so 6-9 Stunden Schlaf pro Nacht und ist dementsprechend schlecht gelaunt tagsüber. Leider kann mein Mann mich überhaupt nicht unterstützen, da er sie wenn es aktuell um ins Bett bringen geht nicht anfassen oder auch das Buch zum vorlesen halten darf. Mir ist schon klar das es immer mal wieder so Phasen gibt in den das Schlafengehen nicht so gut funktioniert und auch der Vater abgewiesen wird. Aber so langsam mache ich mir sorgen das es nicht einfach nur eine Phase ist, weil es mit dem Hochstuhl einfach so verrückt ist und nun schon so lange anhält. Habt ihr vielleicht einen Ratschlag was ich noch tun kann oder ob ich einfach abwarten muss? Liebe Grüße

2 Antworten
Experte Administrator hat vor 5 Monaten geantwortet

Der Text meiner Antwort ist leider verloren gegangen. Ich schreibe ihn neu. Bitte gedulden Sie sich!

Experte Administrator hat vor 5 Monaten geantwortet

Vielen Dank für deine Geduld! Eure Situation ist wirklich sehr schwer auszuhalten, denn der eigene Schlafmangel und das übermüdete Kind zerren sicher doppelt an den Nerven. Am Schwierigsten ist es immer für Eltern, wenn die bisherigen Strategien und Rituale nicht mehr funktionieren und Sie das Kind einfach nicht mehr verstehen können. Wie soll man seinem Kind helfen sich trösten zu lassen, sich zu beruhigen und sich auszuruhen, wenn man nicht verstehen kann, was ihm plötzlich zu fehlen scheint. Auch wenn ich euer Kind und euch nicht kenne, gibt es doch einige nützliche Informationen die ich über die Veränderungen im Gehirn eines 18 Monate alten Kindes weitergeben kann. So wie ein Quantensprung in der Entwicklung eines Kindes im Alter von 3 Monaten erfreut, wenn es uns aktiv anlächelt und mit uns plaudern möchte, so spüren wir deutlich, dass mit 18 Monaten wieder etwas ganz grundsätzliches mit unserem Kind anders geworden ist: das Kind wird sich seiner Selbst bewußt. Es merkt, dass es ein eigenständiger Mensch ist. Jede Entfernung von seinen liebsten Bindungspersonen empfindet es als Trennung und mehr oder weniger beängstigend. Das Mehr oder Weniger richtet sich danach welch Temperament das Kind hat, wie aufregend sein Tag ist und wie gut es darin ist, sich selbst bei Stress selbst zu regulieren. Das heißt: mit 18 Monaten ist jedes Kind leicht verunsichert wenn es sich allein fühlt. Doch um sich beruhigen zu können, sind alle Kinder sehr unterschiedlich anspruchsvoll. Von daher wundert euch bitte nicht, dass euer Kind sich ungern trennt und einschläft sondern akzeptiert es als einen neuen wichtigen Entwicklungsschritt und passt euer Verhalten den Bedürfnissen des Kindes an. Daher übt kleine Abschiede und in sehr geringem Maße und überfordert das Kind nicht, aber setzt es immer kleinem Stress aus, wenn die Situation es zulässt. Dahingegen wenn es zum Abend hin geht oder nach der Kita, wachsen die Trennungsängste bei fast allen Kindern und dann ist vermehrt Kuscheln angesagt. Viele Kinder akzeptieren den Papa nur wenn die Mama nicht da ist. Haben Sie die Wahl, muss der Papa „tapfer“ sein, denn meist wird er in diesem Alter abgelehnt. Dennoch soll er nicht aufgeben, sondern sich viel einbringen aber vielleicht nicht unbedingt zur schwierigsten Phase des Tages. In euerm Fall ist es leider schon so, dass sie nicht einmal mehr kuscheln möchte, weil sie damit schon die bevorstehende Trennung verbindet. Daher würde ich euch raten, dies wirklich zu trennen. Macht ein neues Ritual mit ganz viel Lesen und kuscheln unabhängig vom Zubettgehen. Erst dann würde ich Zähneputzen, Ausziehen und Waschen in spielerischer Form machen. Die Kinder beginnen in dem Alter erste Schamgefühle zu entwickeln und lieben es wenn die Eltern sue sanft berühren und sie selbstbestimmt bleiben können. Daher bei allem am Körper um Einverständnis bitte, oder das Kind es selbst machen lassen. Erst dann beginnt das eigentliche Ritual. Ich empfehle es vorher zu besprechen, aber einen Punkt immer gleich zu gestalten: das Kind soll sein Bett als einen sicheren geschützten Ort ansehen, mit möglichcst wenig Veränderungen beim Einschlafen und Aufwachen. Es ist nicht hilfreich, wenn das Kind an einer anderen Stelle einschläft als es in der Nacht liegt oder aufwacht. Vielleicht kann es Kuscheltiere aussuchen die mit hinein sollen oder eine bestimmte Lampe. Es darf die letzte Geschichte oder ein Lied aussuchen. Und dann kann auch noch ein Körperkontakt zum Einschlafen beibehalten werden. Meist reicht es aber nach einiger Zeit auch, wenn Mamas Hand durch ein Stofftier ersetzt wird. Gut ist es dem Stofftier vorher gemeinsam zu erzählen, dass bald alle schlafen und jeder in seinem Bett aber das Tier gut auf das Kind aufpassen wird und immer bei ihm sein kann bis Mama und Papa am nächsten Morgen auch wieder aufwachen. Wenn das neue Ritual klappt, dann könntet ihr es zu zweit ausprobieren und dann auch der Papa allein. In den ersten Nächten wird euer Kind sicher öfter noch wach werden oder zumindest zu scheinen. Viele Kinder sind sehr unruhig aber nicht wirklich wach. Bitte wartet erst einmal ab und horcht ob euer Kind euch wirklich braucht oder ob es nicht nur unruhig träumt und dabei ist es ganz normal sich zu bewegen und auch im Schlaf zu sprechen. Sollte euer Kind tatsächlich Hilfe brauchen, dann geht hin, streichelt es und sprecht beruhigend mit ihm aber lasst es zunächst liegen. Wenn es gelingt selbst gelassen zu bleiben, schlafen die Kinder weiter. Wichtig ist: keine Angst vor den Nächten! Die Trennungsangst ist eine normale Entwicklungsangst der Kinder und ihr könnt euerm Kind Mut zu sprechen und ihm versprechen, dass ihr es nicht allein lassen werdet, auch wenn es jetzt allein einschläft. Ihr seid immer sofort für es da und passt auf, dass alles in Ordnung ist. Je ruhiger zu zuverscihtlicher um so mehr Selbstbewusstsein entwickelt euer Kind. Lasst es am Tag viel ausprobieren, benutzt das Wort „NEIN“ nicht übermäßig viel. Gebt euerm Kind am Tag das Gefühl dass ihr ihm schon viel zutraut. Dann wird es auch immer mutiger. Neben diesen allgemeinen Tips ist es natürlich wichtig zu gucken ist euer Kind besonders sensibel oder seid ihr besonders anspruchsvoll und könnt schlecht mit Veränderungen umgehen. Dann ist es natürlich wichtig eine gezielte Beratung in Anspruch zu nehmen. Wir empfehlen euch gern Adressen in eurer Wohnortnähe oder bieten auch digitale Sprechstunde an. Dann meldet euch gern. ÜBrigens nach dieser Phase kommt eine sehr sichere Phase eures Kindes und dann noch einmal eine sehr heftige Klammerphase mit 2 1/2 Jahren. Aber bis dahin ist der Papa schon akzeptiert als Bindungsperson und das ist ja für die meisten Mamas schon eine riesige Erleichterung. Also bitte Geduld!