Bindungsstörung? 10 Monate altes Baby zeigt möglicherweise VerhaltensaufälligkeitenKategorie: Postpartale Depression und ÄngsteBindungsstörung? 10 Monate altes Baby zeigt möglicherweise Verhaltensaufälligkeiten
Eva asked vor 2 Wochen

Bindungsstörung? 10 Monate altes Baby zeigt möglicherweise Verhaltensaufälligkeiten

Hallo liebes Team, 
ich habe eine Frage zur
 Bindung meines Sohnes. Mir sind in letzter Zeit ein  paar Dinge aufgefallen, die mich sehr beunruhigen.
Manchmal robbt er zu mir und hält dann direkt vor mir an und starrt nach unten. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur ein innehalten ist. Außerdem hatten wir Besuch
von einem anderen Baby. Er hat immer geweint, wenn es Geräusche gemacht hat . Ich hab ihn auf den Arm genommen um ihn zu trösten, da hat er sich weggedreht und zu dem Baby geguckt. Das war mehrmals so. Ich meine außerdem beobachtet zu haben, dass er oftvquengelig ist, weil ich dann wohl eher darauf reagiere und ihn frage, was los ist.
Ich habe das Buch SAFE von Brisch gelesen und bin ziemlich beunruhigt, dass er eine desorganisierte Bindung entwickelt hat. Zu unserem Kontakt allgemein: ich hätte ziemliche Schwierigkeiten mich in die Mutterrolle einzufinden. Anfangs dachte ich sogar, ich hätte eine Depression. War wohl nicht so (wir waren bin Arzt). Generell bin ich sehr ängstlich was Krankheiten betrifft, ich würde sogar sagen hypochondrisch. Leider ist mir das zwar bewusst, aber wenn ich getriggert werde, kann ich wenig tun um die gedankenspirale zu verhindern. Auch mache ich mir oft Sorgen, dass ich ihm zu wenig oder zu viel Zuwendung gebe und emotional nicht so richtig anwesend bin für ihn.
Ich habe auch oft das Gefühl , nicht so geduldig zu sein und zu hohe Erwartungen an mich, meinen Partner und das Baby zu haben. Ich weiß einfach nicht wie ich das ändern kann. Nun habe ich durch mein Verhalten wahrscheinlich extrem großen Schaden angerichtet. Ich möchte unbedingt noch versuchen, ein sicherer Hafen für mein Kind zu sein. Momentan bin ich aber etwas hilflos und bräuchte eine Anregung von außen. Ich möchte auch Ihre Beratung in Anspruch nehmen, aber wer weiß wann ich da einen Termin bekomme, deswegen schonmal die Frage hier.
Mein Mann hat Depression, weswegen ich auch oft das Gefühl habe, alles lastet auf mir.
Glauben Sie,  mein Sohn ist in Gefahr eine problematische Bindung zu haben? Und wie kann ich ihm helfen? (Ich nehme an, indem ich mir helfe, doch ich weiß nicht wie, außer mit Beratung)
Vielen Dank und Grüße Eva

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 2 Wochen geantwortet

Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre so wichtige Frage. Gleich zu Beginn möchte ich Sie entlasten. Eine so feinfühlige Frau wie Sie kann ihrem Kind nicht schaden. Eine unsichere oder ambivalente Bindung schliesse ich aufgrund Ihrer Schilderung aus. Dennoch werden Sie Ihre Zweifel weiter haben und benötigen sicher eine persönliche Beratung, damit diese Beruhigung meinerseits bei Ihnen auch „ankommt“. 
Die in der Babyambulanz- Von Anfang an. angewandte Beratungsmethode wird Sie überzeugen. In der EPB beobachten wir die Interaktion von den Babys und ihren Eltern mittels Video, welches wir anschliessend den Eltern zeigen. Meist erkennen die Eltern von selbst was zwischen ihnen und ihrem Kind gut läuft und sind dann viel sicherer. Das Baby entspannt sich leichter bei sicheren Eltern und dies wiederum hat positive Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern. Zum Beispiel verlieren sie die Selbstzweifel, das Grübeln wird weniger und die Ängste nehmen ab. Ich danke Ihnen, dass Sie eine Situation zwischen Ihrem Kind und sich selbst beispielhaft genannt haben. 
Daran können Sie erkennen wie genau Ihr Kind Sie beobachtet und sich an Ihnen orientiert, um Gefahren kennenzulernen. Das Weinen eines anderen Babys kannte es noch nicht und reagierte darauf irritiert. Oftmals werden kleine Kinder vom Weinen der anderen auch angesteckt und sind dann ebenfalls weinerlich. 
Wenn Sie eher perfektionistisch sind, haben Sie es als Mama sehr schwer. Denn keine Mama kann beim 1. Kind „alles richtig machen“, weil sie ja nur durch Erfahrung lernen kann Mama zu sein. Sicher hätte der Elternkurs „Sicherer Hafen“ Ihnen viel Unterstützung gegeben. Doch auch in Ihrem Fall sind die EPB-Beratungen auf alle Fälle genau richtig. Wenn Sie sich recht bald melden, erhalten Sie schnell einen Termin. Unser erfahrenes Team ist groß und wir bemühen uns, jeden Wunsch rasch zu erfüllen. 
Dies tun wir ganz besonders gern, wenn die Eltern psychisch sehr belastet sind, weil wir wissen, dass es für diese Eltern besonders anstrengend ist, auf Schlaf und Ruhepausen verzichten zu müssen. Gerade wenn Ihr Mann durch seine Depressionen Sie nur bedingt unterstützen kann, ist eine Entlastung dringend erforderlich. Sollten Sie nicht in Hamburg wohnen, können Sie sich auch einen Beratungstermin holen, weil wir auch Videosprechstunde anbieten.
Alles Liebe für Sie, Dagmar Brandi