Baby 7 Monate meist stündlich oder öfter wachKategorie: SchlafschwierigkeitenBaby 7 Monate meist stündlich oder öfter wach
Nasi asked vor 7 Monaten

Baby 7 Monate meist stündlich oder öfter wach

Hallo, mein Sohn war noch nie ein guter Schläfer. Mehr als 2 Stunden am Stück hat er in seinem Leben kaum geschlafen. Wenigsten waren diese 2 Stunden aber ohne Unterbrechungen. Mittlerweile zappelt er eigentlich die ganze Nacht im 30 Minuten tackt. Heißt er schreit auf, meckert etc. bis ich seine Position verändere. Wenn ich nichts tue fängt er hysterisch an zu schreien. Als er noch keine Beikost bekommen hat, habe ich ihn alle 2 std gestillt und dann war wenigsten Ruhe für 1-2 Stunden.Einschlafen klappt nur mit stillen. Wach ins Bett legen endet im hysterischen Schreien. Ich probiere es seit dem 3 Monat ohne Erfolg. Seit seiner Geburt gehe ich zusammen mit ihm um 8 ins Bett, um in Summe wenigstens Schlaf zu bekommen. Gegen 7 ist er dann endgültig wach. Meistens macht er noch 3 Schläfchen am Tag mit 3 Std. Abstand. Zwischen 30 min und 1,5 std. lang
Nach jedem Schlaf wacht er ûbrigens schreiend auf, obwohl ich immer daneben liege. Er schläft nie alleine. Da er ansonsten sofort wach wird. Nur in der Trage wacht er oft ohne Geschrei auf. Wir haben eine Abendroutine, ich singe ihm vor, Abends fahren wir alles runter und unsere Tage sind nicht sonderlich aufregend. Achja, die ersten 4 Monate war er ein Schreikind und auch jetzt tagsüber meistens sehr unzufrieden und will hauptsächlich getragen werden. Er ist sehr aufmerksam und will alles sofort können. Ich hab das Gefühl das stresst ihn. Langsam mach ich mir Sorgen. Was können wir tun 

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 7 Monaten geantwortet

Das klingt ja wirklich ganz furchtbar anstregend! Sie schreiben so mitfühlend von Ihrem Kind, obgleich jeder noch so liebevolle Elternteil am Rande seiner nervlichen und körperlichen Kräfte wäre nach so vielen schlaflosen Nächten. Ich hoffe, dass diese Kraftquellen von Ihnen auch immer gut aufgefüllt werden und dass Sie wenigstens ein wenig Hilfe von aussen erhalten. Am Ende schildern Sie Ihr Kind als sehr wach und ungeduldig. Damit ist auch die Erklärung für seine Unfähigkeit sich gut zu entspannen gegeben. Doch ich möchte Ihnen Hoffnung machen, denn diese Fähigkeit sich besser zu entspannen kann selbst ein Kind lernen, welches so reizoffen ist, dass es in den ersten 4 Monaten ein Schreikind war! Das Temperament ist uns zwar in die Wiege gelegt, aber wir können selbst einem sehr lebhaften Kind am Anfang seines Lebens gut dazu verhelfen, etwas ruhiger zu werden. Das betrifft vor allem den Tagesablauf, denn ein ruhiger Tag mit vielen Erfolgserlebnissen verhilft dem Kind dazu, sich besser „zu fühlen“, konzentrierter zu werden und durch seine Erfolge mehr eigene Glückshormone zu produzieren. Diese wiederum helfen, dass in der Nacht die Produktion des Schlafhormons, des Melatonins angekurbelt wird. Ganz konkret würde ihrem Kind helfen, wenn Sie herausfinden, was seine besten Zeiten zum Spielen sind und diese nutzen, um mit ihm viel Freude zu haben. Sobald er müde wird, schauen Sie, dass Sie den Zeitpunkt nicht verpassen, sondern bereits jetzt mit ihm sprechen und sagen, dass er sich die Augen reibt, sich abwendet oder quengelt und vermutlich eine Ruhepause braucht. In seinem Alter wären 2 Ruhephasen im abgedunkelten Zimmer sinnvoller als 3 Schläfchen. Schauen Sie, ob sein Rhythmus ihm erlaubt, dass er seine Tagschläfchen nicht zu sehr in kleine Häppchen und vor allem nicht zu spät macht. Am einfachsten findet man es heraus, wenn man einige Tage ein 24 Stundenprotokoll geführt hat. Auf unserer Homepage finden Sie dieses als pdf zum Herunterladen. Wenn Sie mögen, lassen Sie sich von einer Schlafberatung unterstützen. Wenn ihr Kind besonders unruhig ist, kann es ihm jetzt helfen, sich durch eine sensorische Integrationsbehandlung besser wahrnehmen zu lernen. Es wird dabei auch in seiner Selbstregulation unterstützt. Gerade jetzt in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres sind Babys besessen von ihrem Forscherdrang und wollen viel mehr als sie schon können. Viele sind dann sehr frustriert und werden zappelig. Leider macht sich das in der Nacht bemerkbar. Die Nächte sind dann viel anstrengender als zuvor. Die Kinder führen im Halbschlaf die Bewegungen vom Tag fort und können sich selbst wach machen aber schaffen es oft nicht allein wieder in den Tiefschlag zu kommen. Egal was die Eltern machen, letztlich können sie manchmal auch nicht helfen. Sogar das Trinken lehnen viele Babys dann ab. Besser wäre es, wenn ein Kind seine Fähigkeiten zur Selbstregualtion dann selbst anwenden könnte. Wichtig zu wissen ist, dass die Kinder träumen und nicht leiden. Das ist für Eltern schwer zu verstehen, denn einige Kinder wirken wach beim Schreien und strampeln als ob sie Schmerzen haben. Alles was Sie geschrieben haben, spricht dafür, dass es bei Ihrem Kind auch so ist. Ihre Chance ist jetzt die Tagesstruktur vorsichtig auf nur 2 Schlafphasen zu verändern und in Wachphasen möglichst unbeschwert mit ihm spielen, damit er gutes Melatonin in der Nacht zur Verfügung hat. Ich würde ihnen raten, eine SI-Therapie zur Hilfe zu nehmen oder eine Entwicklungspsychologische Beratung individuell in Anspruch zu nehmen. Es ist hilfreich, wenn man gut erkennen kann welche Beruhigungsstrategien Ihrem Kind wirklich helfen. Auch wenn meine Antwort  jetzt sehr theoretisch klingt, bin ich zuversichtlich, dass Sie mit ein wenig Unterstützung schnell eine Verbesserung erreichen können, weil ich es toll finde, dass Sie bisher ihr Kind so liebevoll in all seinen Schwierigkeiten als Schreikind begleitet haben. Ab dem 6. Monat beginnt wirklich bei allen Babys eine „Phase“ mit nächtlicher Unruhe, über die Sie sich nicht sorgen müssen, nur leider ist es bei reizoffenen Babys viel anstrengender und auch für die Eltern sehr schlafraubend. Eltern müssen auch gut für sich selbst sorgen. Alles Gute!