Daisy fragte vor 3 Monaten

Wo und wie Hilfe bekommen?

Meine Tochter ist jetzt 15 Monate alt. Seit ihrer Geburt war sie bereits ein sehr forderndes Kind. Vom dauernden Schreien und ständigem Tragen sind wir jetzt zu immer und ständig in meiner Nähe sein und massiven Trotzanfällen übergegangen.
Ich habe schon seit meinem 17. Lebensjahr mit Depressionen zu tun und die Ppd hat sich eigentlich schon in der Schwangerschaft angekündigt. 
Meine Hebamme hat sich nach den ersten drei Wochen mit den Worten „ich glaub, ihr schafft das auch ohne mich, ruft mich an, wenn was ist“ verabschiedet. Natürlich habe ich sie nie wieder angerufen. Und ja, sie wusste von meiner Neigung zu Depressionen.
egal, wem ich erzählte, wie schlecht es mir geht und wie anstrengend das Baby ist, ich habe immer nur gehört, das sei normal. Jede Frau ist erschöpft und manchmal verzweifelt. Irgendwie habe ich das geglaubt und doch vermutet, so schlimm ist es wohl doch nicht bei allen… Leider bin ich die erste Mama in meinem Freundeskreis, wobei es letzteren auch nicht mehr gibt.
Nach 10 Monaten habe ich mich in der Lage gefühlt, mir eine Therapeutin zu suchen. Jetzt gehe ich, wenn alles gut läuft, alle zwei Wochen zur Therapie. Ich habe jedoch das Gefühl, dass das nicht ausreicht. Mein Alltag erscheint mir trotzdem kaum zu bewältigen, ich funktioniere einfach nur, bin oft lethargisch, verzweifelt, zutiefst erschöpft und fast panisch vor Tagen, an denen ich viele Stunden mit meiner Tochter alleine sein muss. Zweimal die Woche hilft mir meine Mutter und auch mein Mann hat den Job gewechselt um mehr da zu sein. Damit habe ich wohl mehr Hilfe als die meisten und nach außen wirke ich sicher gefasst und stark. Und doch bin ich so furchtbar unglücklich und will am liebsten einfach nur weg laufen oder mich zumindest in Ruhe verkriechen. Ich fühle mich sehr hilflos, weil ich anscheinend nur abwarten kann dass es besser wird…
Einen Krippenplatz haben wir nicht – ich war einfach bisher nicht in der Lage mich darum zu kümmern. Und selbst wenn… Ich bin zur Zeit arbeitslos und sehe mich nicht in der Lage im Moment einem Vollzeitjob nachzugehen- zwei voll Arbeitende Elternteile wäre allerdings die einzige Möglichkeit in unserer Stadt eine gute Chance auf einen Betreuungsplatz zu haben. 
Jetzt habe ich hauptsächlich meine Situation geschildert ohne konkrete Frage… Die Frage ist wohl: gibt es überhaupt noch die Chance auf mehr Hilfe? Und wenn ja, an wen kann ich mich wenden? Welche Formen der Unterstützung kann es noch geben? Oder bin ich bereits bestens unterstützt? 
LG
Daisy

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Monaten geantwortet

Oh, das hört sich alles sehr belastend an! Sie müssen sich sehr gut verstellen können, dass niemand mehr Hilfe angeboten hat! Aber ein Baby spürt es, wenn es der Mama nicht gut geht und dann klammert es und ist sehr anhänglich. Dann wird es kräftezehrend. Jetzt benötigen Sie eine ärztliche Unterstützung und einen Kitaplatz. Für alle anderen Fragen würde ich mich mit Schatten und Licht in Verbindung setzen. Der Arzt muss eine Bescheinigung für einen 8 Stunden Kitaplatz ausstellen, die Sie dem Jugendamt vorlegen. Begründung: psychische Belastung. Ausserdem wäre zusätzlich zur Psychotherapie manchmal eine medikamentöse Behandlung erheblich besser um wieder Kraft zu bekommen. Vielen Dank, dass Sie sich an uns gewandt haben. Es war bestimmt nicht leicht so über den eigenen Schatten zu springen. Gern möchte ich auch sonst weiterhelfen. Wo wohnen sie denn? Die Frühen Hilfen sind überall etwas anders organisiert. Aber irgendwie bekommen wir das schon hin, dass Sie mehr Hilfe bekommen. Alles Gute einstweilen und ich freu mich von Ihnen zu hören!