Daniela fragte vor 3 Wochen

Sehr unruhiges Schlafverhalten

Liebes Von-Anfang-An-Team, mein achtmonatiges Baby war von Geburt an eine schlechte bzw. anspruchsvolle Schläferin. Tagsüber schlief sie noch nie länger als 30 Min am Stück (höchstens zweimal täglich!) und auch nur in der Tragehilfe und nachts hat sie noch nie länger als eine Stunde am Stück geschlafen. Es kamen immer mehr Probleme hinzu, seit ca. 4 Monaten zappelt und fuchtelt sie sich stets selbst wach (Pucken wurde stets aggressiv abgelehnt), inzwischen rollt und dreht sie sich stundenlang (auch beim mehrstündigen Einschlafstillen), bevor sie überhaupt mal länger als 10 Minuten am Stück schläft. So geht das die ganze Nacht, oft wird sie halbstündig wach oder ist häufig auch mal stundenlang zwischendurch wach. Man denkt immer, irgendwann MUSS sie doch mal schlafen, aber offenbar braucht sie nicht mehr als ca. 11 Stunden Schlaf auf 24 Stunden. Da mein Mann bei unserem großen Sohn (5 Jahre) schläft, bin ich des Nachts auch auf mich alleine gestellt, zumal sie bei Papa sowieso nicht länger als 5 Minuten bleiben mag.  Ich weiß gar nicht, wie ich das permanente Tragen (auch nachts) überhaupt körperlich durchhalte, aber irgendwie geht es schon. Nur psychisch bin ich einfach am Ende nach nunmehr 8 Monaten, dieses 24-h-Baby macht mich fertig, besonders in Kombination mit meinem seit der Geburt seiner Schwester noch anstrengenderen Sohn. Ich raste inzwischen öfter einfach aus, breche zusammen oder beschimpfe alle übelst. Das wiederum frustriert mich selbst sehr, da ich mich eigentlich als ziemlich bedürfnisorientierte Mutter bezeichnen würde. Bestimmt habe ich in der kurzen Zeit alle sichere Bindung zu meinem Sohn zunichte gemacht und das Baby bekommt meinen ganzen Stress und Unmut nun auch noch mit, einfach schrecklich alles.  Ich erwarte wirklich kein Durchschlafen und habe mich mit dem Thema Schlaf intensiv auseinandergesetzt, aber das ist wirklich unerträglich. Ich hoffe ja immer noch, dass es sich um eine besonders schwierige Phase handelt und es in ein paar Wochen besser wird, wenn meine Tochter vielleicht krabbeln und/oder sitzen kann, aber bislang waren meine Hoffnungen vergeblich. Haben Sie Erfahrungen mit ähnlichen Babys? Ist dieses zappelige Schlafverhalten durchaus im Spektrum des Normalen? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Administrator Mitarbeiter antwortete vor 3 Wochen

Liebe Daniela,
dieses zappelige Schlafverhalten scheint mir weit das normale Maß zu übersteigen. Sicher vergleicht ihr das mit euerm Sohn, war er auch so anstrengend?
Ich bin sehr neugierig geworden wie die Kleine sich verhält wenn sie wach ist. Ist sie auch so fertig wie die Mama? Entwickelt sie sich gut? Kann sie sich kurz allein beschäftigen? Bitte ergänzt doch noch mit ein paar Infos diese Fragen.Herzlichen Dank, Dagmar Brandi

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Wochen geantwortet

Liebe Daniela, das Schlafbedürfnis variiert individuell stark und ist nicht beeinflußbar, 11 Stunden sind in dem Alter sehr wenig. Wichtiger jedoch noch ist die Qualität des Schlafs- die kann durch Beratung verbessert werden. Bei eurer Tochter ist nicht erkennbar, dass sie in die Tiefschlafphasen kommt. Der REM-Schlaf aber ist für die Erholung vom Tag unerläßlich. Ist ihre motorische Unruhe auch schon von Anfang an festzustellen? Für mich stellt sich die Frage, wie sich eure Tochter tagsüber verhält. Ist sie richtig wach und spielt sie auch kurz allein? Oder möchte sie immer beschäftigt sein. Wie gelingt es ihr im wachen Zustand sich zu „regulieren“? Welche Hilfestellung kann man ihr anbieten, die sie auch nachts übernehmen kann. Gern wüßte ich auch ob sie auf dem Bauch liegen kann und dort ihr Köpfchen ablegen kann, wenn sie müde ist. So wie es jetzt bei euch ausschaut, muß es zwangsläufig zur Überlastung aller Familienmitglieder kommen. Leider nein, es wird nicht allein besser werden- dazu hält das Problem zu lange an und ist keine Phase mehr. Der 1. Schritt ist die Strukturierung des Tagesablaufs und die Unterstützung der Selbstregulation am Tag. Ich empfehle eine gezielte Schlafberatung -möglichst EPB- in Anspruch zu nehmen. EPB steht für Entwicklungspsychologische Beratung- eine videogestützte Beratung, die passgenau Mißverständnisse zwischen Eltern und Kind ausräumen hilft und den Stress abbaut. Meist reichen 3 Beratungen. Wenn Sie nähere Informationen benötigen, helfe ich Ihnen gern weiter. Mit guten Wünschen Dagmar Brandi