tula fragte vor 7 Monaten

Schlaf-/Wachzustand

Hallo,wenn unsere Tochter (18 Monate) müde ist kneift und kratzt sie uns kurz vor dem Einschlafen im Gesicht. Reflexartig, wie eine innerliche Druckentlastung wirkt es. Manchmal windet sie sich auch auf unserem Arm, wirft sich nach hinten und schreit. Sie verlangt mit 18 Monaten nun auch erstmals einen Schnuller. Sie schläft mittags und nachts gut. Eine Zeit lang ist sie morgens immer schreiend wach geworden obwohl sie durchgeschlafen hat. Wir sind nicht in einer Situation des Umbruchs (Kita Eingewöhnung, Umzug o.ä.). Ich würde gern verstehen warum ihr der Übergang vom Wach- zum Schlafzustand und umgekehrt so schwer fällt. Über einen Rat wäre ich sehr dankbar. Viele liebe Grüße.

1 Antwort
Experte Dagmar Brandi hat vor 7 Monaten geantwortet

Sie haben ganz recht, es wirkt wie eine Druckentlastung. Ihre Tochter ist dann zu müde um koordiniert zu sein und sich selbst zu beruhigen. Kein Wunder bei den äußeren Veränderungen, die auf die Kleine gerade einprasseln. Dazu kommen -viel wichtiger- noch die inneren Umbauvorgänge im Gehirn. Sie lernt gerade, daß sie ein selbstständiger Mensch ist, der folglich auch Trennungen ertragen muß. Der Übergang vom Wach- in den Schlafzustand thematisiert die Trennungssituation. Jetzt geht es darum viel Sicherheit zu vermitteln. Das geschieht nicht durch Verwöhnen. Sie signalisiert durch ihre unkoordinierten Bewegungen, daß sie viel Ruhe und Halt braucht. Da helfen Rituale. Altersgemäßer als ein Schnuller wäre jetzt ein sogenanntes Übergangsobjekt wie ein Tuch oder Kuscheltiere, das ihr zum ständigen Begleiter in Übergangssituationen wird. Der Schnuller behindert die Sprachentwicklung und ist eher passiv. Ein ständiger Begleiter regt eher als zeitweiser  „Mamaersatz“ zur Bewältigung an, weil man mit ihm auch sprechen kann. Bleiben Sie geduldig und fest!