Nicht ablegen können ,schreienKategorie: SchreibabysNicht ablegen können ,schreien
Julia fragte vor 2 Monaten

Nicht ablegen können ,schreien

Hallo, mein Sohn 5 Wochen alt, kann man nicht einmal zur Seite legen. Er fängt sofort an zu schreien. Auch kuscheln will er nicht richtig, höchstens an der Brust,wo er irgendwann einschläft. Er will meistens immer gewippt werden und wenn man mit dem Kinderwagen anhält, dann weint er. Es muss aber ja mal möglich sein, ihn mal kurz nicht zu schieben oder zu wippen ohne das er schreit.

Ich Stille ihn und füttere zu mit der Flasche, da er ein Gewichtsproblem hatte. Einen Schnuller will er auch nicht.
Abends fängt er dann meist an, exzessiv zu schreien. Mit einer Trage wird es nur bedingt besser, Bauchschmerzen sind es evtl, haben alle Medis durch inkl massage, fliegergriff etc hält immer nur kurz an.
.Osteopath konnte auch nicht wirklich helfen. Hatte auch Bauchweh im Verdacht. Er kann aber ja nicht immer 24 h Bauchweh haben.
Es war eine saugglockengeburt aber er hat keine Schäden davon getragen. Mir selbst hängt die geburt allerdings noch etwas nach.
Was kann man noch machen? Er wirkt immer so unzufrieden. Dabei machen wir alles für ihn.

Mit freundlichen Grüßen Julia Fock

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 2 Monaten geantwortet

Liebe Julia, danke für die Frage. Bei der guten Schilderung kann ich mir auch wirklich nicht vorstellen, dass Bauchweh die Ursache des Schreiens sein können. Überhaupt werden zu häufig die „Koliken“ als Ursache für übermäßiges Schreien angesehen. Dabei wissen wir heute, dass die Babys in dem Alter viel schreien, weil es ihnen trotz Übermüdung nicht gelingt abzuschalten. Meist ist daran mit ein angeborener Reflex mitbeteiligt. Der Moro Reflex wird bei Überstreckung ausgelöst, die Babys bleiben dann in einer „Hab-acht-Stellung“ und reagieren bei jeder kleinen Veränderung mit Schreien, um zu zeigen, dass etwas nicht stimmt. Erst mit 3 Monaten wird dieser Reflex abgebaut und dann entspannen sich die meisten Babys besser und schrecken nicht mehr schreiend auf. Da sie sich überstrecken, schlucken sie mehr Luft und mögen dabei auch vermehrt Gasbildung im Bauch haben, doch ist dies nicht Ursache sondern Folge.
Nun zu eurer Situation direkt: ich kann mir vorstellen, dass der Grund für die Vakuumextraktion ein Geburtshindernis aufgrund des Missverhältnisses Becken/Kopf war und dein Kind feststeckte, manchmal sind es auch sogenannte „Sternengucker“. Das unvermittelte „Reissen“ durch den Unterdruck zerrt natürlich auch die zarte Muskulatur des Halses und kann dadurch die normale Stellung im 1. Halswirbelgelenk verkippen. Das kann auch die beste Osteopathie nicht ändern, sondern ein erfahrener Manualtherapeut sollte eine sogenannte Atlastherapie machen. Gern können wir helfen wohnortnah jemanden zu empfehlen. Durch die Überstreckung im Halsbereich kommt es oft zu einer Reizüberflutung und zum Teil auch zu Schmerzen bei bestimmten Bewegungen. Das zeigt sich oft beim Kinderwagenschieben oder Autofahren, was ja eigentlich die meisten Babys sehr schnell beruhigt. Vermutlich ist auch das Stillen viel leichter wenn die Blockade behoben ist. Nun haben Sie schon so lange gelitten und fragen sich womöglich ob es nicht früher hätte behandelt werden können? Meiner Erfahrung nach nein. Erst wenn die Babys etwas aufgeweckter sind, stört die Blockade und erst dann kann man sie in den meisten Fällen auch richtig feststellen. Es ist schade, daß Ihr Start so gequält ist, doch Sie werden sehen, dass sich das schnell beheben lässt. In dem Film „Ein Leben beginnt“ ist eine Szene über ein „Schreibaby“, wo ebenfalls eine Blockade als Ursache gefunden wurde und das konnte schnell behandelt werden. Auch bei anderen Ursachen reift das Baby und das heftige Schreien hört meist von allein auf, wenn es den Eltern gelingt einigermaßen entspannt zu bleiben. Für die Eltern allerdings ist das durch Schmerzen verursachte Schreien furchtbar schwer zu ertragen, weil es viel Stress auslöst. Ich empfehle dringend eine Einzelberatung, um aus diesen Teufelskreisen schnell herauszukommen. Wichtig ist auf alle Fälle, sich auch mal helfen zu lassen, damit man besser entspannen kann. Also bitte noch einmal melden, wenn wir konkret helfen können. Viel Glück!