Mama fragte vor 9 Monaten

Milchmahlzeiten

Ich stille meine 7 monatige Tochter morgens, mittags und abends und meistens 1mal nachts. Dazu bekommt sie Beikost, die sie sehr liebt. Sie ist gesund und gut genaehrt.Sind 3-4 Still Mahlzeiten am Tag ideal? Ich hoffe demnächst in der Nacht nicht mehr stillen zu müssen. Wie lange sollte ich das Mittags stillen beibehalten ohne es mit Zusatzmilch zu ersetzen? Also, ab wann reicht es aus nur morgens und abends zu stillen?Kann ich ihr in diesem Alter auch Jogurth geben? Oder sollte ich damit lieber warten.Vielen Dank!

1 Antwort
Experte Dagmar Brandi hat vor 9 Monaten geantwortet

Wie toll- das klingt doch alles sehr gut wie Sie das hinbekommen haben – ihre Tochter und Sie!
Das ganze erste Lebensjahr heißt das Baby Säugling, weil es noch gern saugt. Auch wenn es schon mit Freude Neues ausprobiert, braucht es doch eine ganze Weile, um auf den Genuß des Stillens zu verzichten. Der Mund hilft dem Baby die Welt zu begreifen und das Stillen und Nuckeln auch sich zu beruhigen. In Entwicklungsländern aber auch für uns auf Reisen ist das Stillen die sicherste Nahrung und wird von der WHO noch bis zum 2. Geburtstag empfohlen. Die Einführung von Beikost unter der Fortführung des Stillens die effektivste Allergieprophylaxe. Wenn ihr Baby ausreichend große Mahlzeiten vom Löffel nimmt, können Sie seine Milchmahlzeiten zum Ende des ersten Lebensjahres einschränken auf insgesamt 2 mal täglich. Wenn Sie weiter stillen möchten, brauchen Sie ihrem Kind im 1. Lebensjahr keine Kuhmilch anzubieten. Milchprodukte wie Joghurt sind wie Vollmilch anzusehen und können die Vollmilch ersetzen, wenn Sie den gleichen Fettgehalt und keine Zusatzstoffe enthalten. Quark und Frischkäse sind konzentriertes Eiweiß und für die Nieren des Säuglings nicht verträglich. Geben Sie ihrem Kind im 1. Lebensjahr keinen Honig! Das beste Getränk ist Trinkwasser- aber fragen Sie bei ihren Wasserwerken nach dem Bleigehalt.
Wenn ihr Kind 8 Monate alt ist, wird es sicher Familienmahlzeiten genießen, Sie müssen die Breie dann nicht mehr fein pürieren. Teigwaren, Brot, Kartoffeln oder gekochte Gemüsestücke können zum Essen mit der Hand angeboten werden. Somit wird das Baby angeregt das Kauen zu üben und kann selbst bestimmen wovon es wie viel ist.
Durch wiederholtes Probieren lernt Ihr Kind seinen Geschmack kennen und mögen.

Ob ihr Baby auf die nächtliche Stillmahlzeit von allein verzichtet, hängt nicht von seiner Sättigung ab. Oftmals holt es sich nachts zur Beruhigung die vertraute Nähe, da es mit 6 Monaten schon vermehrt träumt. Vielleicht können Sie die Tage noch besser strukturieren und sehen, dass es abends nichts Aufregendes mehr erlebt!
Zu empfehlen bei weiteren Fragen zur Kinderkost ist die Broschüre:    
„Empfehlungen zur Säuglingsernährung“  zu bestellen beim Forschungsinstitut für Kindesernährung    ww.fke-do.de