Kindergarten Eingewöhnung Sohn 3;2Kategorie: EntwicklungsfragenKindergarten Eingewöhnung Sohn 3;2
Snuggles fragte vor 9 Monaten

Kindergarten Eingewöhnung Sohn 3;2

Liebe. Frau Brandi,
Nach einer missglückten Eingewöhnung in den Kiga im letzten Sommer mit anschließender Regression und Aggression wird unser Sohn3;2 aktuell in einen neuen Kiga eingewöhnt.Mittlerweile 6Woche mit unserer Begleitung (davon 3 Wochen Krankheit). Er fühlt sich sehr wohl, kennt sich gut aus,vergisst uns phasenweise.Aber ohne uns will er gar nicht bleiben,er braucht uns scheinbar im Hintergrund.Die Leiterin gewöhnt sonst schneller ein.Sie sagt,er würde bei schwierigen Momenten immer auf uns zurückgreifen weil wir noch da sind.Sie denkt, dass es langsam wichtig wird dass wir ihn alleine dort lassen da er sich auch schon sehr gut auskennt und wohl fühlt.Wir wollen, dass es gut gelingt.Haben Sie einen guten Rat für uns?Wie weiter vorgehen?Mit besten. Grüßen.Sandrina

1 Antwort
Experte Dagmar Brandi hat vor 9 Monaten geantwortet

Nach so einem missglückten und folgenreichen Start ist es nicht leicht das Thema Kindergarteneingewöhnung entspannt anzugehen. Vor einem Jahr war Ihr Sohn vermutlich in einer schwierigen Phase. Wir wissen, dass die Kinder – obgleich sie uns bereit scheinen, sich trennen zu können – mit 2 ½ Jahren (manche früher, manche etwas später) noch einmal eine Phase neuer Ängste durchmachen. In dieser Phase klammern besonders sensible Kinder besonders und eine Trennung ist schwierig. Mit drei Jahren ist im Allgemeinen die Entwicklung des kindlichen Gehirns so weit, dass das Kind neugierig auf neue Beziehungen ist und auch vorübergehenden Trennungsschmerz ohne Probleme verkraftet, weil es ihm wichtiger ist, mit den anderen Kindern zu spielen. In Ihrem Fall kann es sein, dass sowohl Ihr Sohn wie auch Sie noch ängstlich angespannt sind aufgrund der schlechten Vorerfahrungen. Auch wenn es Ihnen schwer fallen sollte, versuchen zunächst einmal Sie selber sehr tapfer zu sein. Offenbar haben Sie ein sensibles Kind, dass auch Ihre Stimmungen aufspürt.  Wie könnten Sie gelassener werden? Sprechen Sie mit jemanden darüber wie schwer Ihnen die heftige Reaktion Ihres Sohnes gefallen ist? Welche Gefühle es in Ihnen ausgelöst hat? Sie haben etwas nach besten Wissen und Gewissen probiert und es hat nicht geklappt- deshalb sollten Sie sich nicht schuldig fühlen oder zu viel grübeln.  Dieses mal signalisiert die Erzieherin Ihnen, dass  Ihr Sohn sich wohl fühlt. Sicher vermisst er sie, aber er weiß in seinem Alter schon ganz genau, dass Sie ihn wieder abholen.  Sie wünschen sich Ihr Kind mutig und wollen ihm nicht schaden. Wenn Sie Ihrem Kind etwas zu- muten, wird es mutig, wenn Sie ihm etwas zu-trauen, traut es sich leichter. Geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck und vertrauen Sie der festen Bindung zwischen Ihrem Sohn und Ihnen, die ihm die Sicherheit auch ohne Ihre direkte Nähe gibt.
Eine technische Hilfe kann sein, dass Ihr Sohn als einer der ersten in die Kita kommt und sich dort seinen Platz erobern kann bevor die meisten anderen Kinder ankommen.  Wenn die Erzieher das sinnvoll finden, probieren Sie es aus. Ihr Sohn wird stolz sein als einer der Ersten anzukommen und sich wie ein kleiner Eroberer erst einmal in Ruhe mit den Spielsachen beschäftigen zu können. Dazu wäre es wichtig, dass Sie ihn das allein geniessen lassen. Das wird ihn sehr mutig machen.
Gutes Gelingen! Ihre Dagmar Brandi