Kind 2 Jahre findet nachts sehr schlecht wieder in den SchlafKategorie: SchlafschwierigkeitenKind 2 Jahre findet nachts sehr schlecht wieder in den Schlaf
Sandra fragte vor 11 Monaten

Kind 2 Jahre findet nachts sehr schlecht wieder in den Schlaf

Liebes Team,
mein Sohn ist 2 Jahre und war schon immer ein sehr unruhiger Schläfer. Für mich war es bisher immer okay, da ich ihn allgemein sehr aktiv finde. Er krabbelte auch mit 5 Monaten und lief mit 10 Monaten und brauchte schon immer viel Bewegung. Von daher dachte ich, dass das umherdrehen und wühlen nachts zu ihm passt.
Aber seit einigen Wochen wird er nachts regelmäßig wach. Oft ziemlich genau gegen 1 Uhr und findet dann super schwer wieder in den Schlaf. Teilweise brauchen wir 2 bis 3 Stunden. Es geht von umherwälzen, rumfuchteln, jammern bis hin zu im Bett stehen und singen 😉 Wir stellen uns schlafend und machen so wenig wie möglich, aber es schlaucht sehr.
Nun frage ich mich ob es andere Zusammenhänge gibt oder ob das durchaus normal sein kann und bei einigen Kindern auftritt und ich mir nur wenige Sorgen machen muss.
Ich freue mich über eine Rückmeldung.

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 11 Monaten geantwortet

Liebe Sandra,
danke für dein Vertrauen in uns. Eine online-Beratung ersetzt natürlich keinen persönlichen Kontakt und gerade wenn es darum geht das Temperament eines Kindes richtig einzuschätzen, wäre es natürlich schön dein Kind zu sehen. Andererseits hast du ihn so liebevoll lebhaft beschrieben (trotz seiner „Macke“, die für euch echt belastend ist), dass ich glaube ihn mir vorstellen zu können. Danach würde ich schon einmal ausschließen, dass du dir Sorgen um dein Kind machen musst. Die Sorgen um übernächtigte Eltern betreffen allerdings dann auch wieder die Kinder.
Ich vermute, dass es eurem Sohn schwerfällt, sich vollkommen zu entspannen. Der Schlaf dient ja der Erholung aller Organe und damit auch der Muskeln. Wir sprechen da von der „Tiefensensibilität“. Die kleinen Kinder sind unterschiedlich wachsam, einige neigen zur Überwachheit. Alles neue reizt sie, sie sehen und hören besonders fein und sind immer unterwegs. Andere Kinder (und vermutlich nicht euer Sohn) sitzen lange auf einem Platz und fummeln mit kleinen Teile immer wieder – so lange bis sie alles in Ruhe untersucht haben.
Wenn euer Sohn zur ersten Kategorie gehört, fehlt ihm dieses „Sitzfleisch“. Er kommt dann sicher viel voran aber nicht so oft zu einem Spielerfolg wie ein ruhiges Kind. Folglich bleibt er immer ein bißchen rastloser und überfordert sich selbst durch zu viel Reize, die auf ihn einprasseln. Nachts versucht er diese Eindrücke zu verarbeiten aber kann selbst da nicht die nötige Bettschwere entwickeln und zappelt dann weiter.
Falls ihr euer Kind hierin wiederfindet, ist es wichtig, seine Tageserlebnisse etwas zu kanalisieren und konzentrieren. Gut für ihn ist alles in der Natur, eher ein bisschen wenig aber dafür sehr klare Reize, und sehr intensive Körperrückmeldungen. Das darf ruhig ein Kuscheln sein was in „Drücken“ übergeht, oder die beliebten „Vaterspiele“, Matratzenspringen, schwere Sachen schleppen, schieben, ziehen, oder Schaukeln in der Hängematte. Beim Liegen darf man spielerisch seinen Körper etwas belasten und sein Muckis bewundern. Schwimmen wäre prima und hinterher kräftige abrubbeln. Gern viel auf dem Boden spielen! Alles was sein Körpergefühl verstärkt und möglichst alles ruhig und nicht gehuscht. Eine Bettdecke mit Sandsäckchen könnte ihm auch gut tun. Bei allem gilt: er soll es mögen, bloß kein Zwang. Aber gerade für sein nächtliches Aufwachen wäre solch eine Sanddecke vielleicht hilfreich. Ganz schlecht ist für ihn: Smartphones, Tablets, Videos, Einkaufszentren.Er sollte alle seine Bewegungen auskosten und nicht alles so schnell machen. Das geht nur mit Erhöhung von Gewichten. Probiert es gern aus, aber fachgemäßte Anleitung ist bestimmt besser für euch. In der Ergotherapie gibt es viele Tricks die Körperwahrnehmung zu intensivieren. Je mehr die Muskeln sich entspannen, um so ruhiger werden auch die Sinne.
Sorgen macht euch bitte nicht, aber nichts zu tun kann ich euch auch nicht raten. Denn die Fähigkeit still zu sitzen und sich zu konzentrieren kann man gut unterstützen und damit sein Schulkarriere fördern.
Viel Erfolg! Auch ich freue mich über Rückmeldung ob ihr damit etwas anfangen könnt.