Lena J fragte vor 2 Wochen

Ein- und Durchschlafen, 7 Monate

Liebes „von Anfang an“-Team,

wir haben eine 7,5 Monate alte Tochter, die sich toll entwickelt, die aber gerade in puncto Schlaf sehr anstrengend ist. Uns interessiert, wie wir sie nachts besser darin unterstützen können, nicht fast stündlich aufzuwachen und wie sie abends besser einschlafen kann.

Tagsüber schläft sie meist 3 Mal, jeweils 30 Minuten bis eine Stunde, gerade fast nur in der Trage. Im Kinderwagen klappt es in Ausnahmefällen, im Bett mit Einschlafkuscheln oder nach dem Stillen ebenfalls nur in Ausnahmefällen. Vor ein paar Wochen konnte sie noch sehr gut im Kinderwagen schlafen. Wenn man sie von der Trage schlafend ablegt, wacht sie meist schnell wieder auf.

Abends versuchen wir sie ab 20 Uhr ins Bett zu bringen, wobei es manchmal sofort klappt (nach dem Stillen) und manchmal 2 Stunden dauert. Es ist für unsere Tochter generell sehr schwer, zur Ruhe zu kommen, sie dreht sich und zieht sich neuerdings ständig am Bettrahmen hoch. Nur durch Stillen oder Herumtragen kommt sie runter. Ich trage sie dann ungefähr eine Minute und lege sie wieder ab und gucke, ob sie es schafft, im Bett zur Ruhe zu kommen. Wenn das nicht klappt, nehme ich sie nach ein paar Minuten wieder hoch.

Nachts wacht sie sehr häufig auf. Dabei trinkt sie bis zu drei Mal, wobei sie mindestens einmal in der Nacht richtig Hunger hat. Mit Schnuller, mit ihr sprechen und berühren und bei Bedarf Stillen schläft sie meist schnell wieder ein, aber das häufige Gewecktwerden in der Nacht ist insbesondere für mich als Mama sehr anstrengend. Ich fange in 4 Wochen an zu arbeiten und möchte dann tagsüber ausgeruhter sein. Wir arbeiten daran, dass der Papa sie nachts auch beruhigen kann und es schafft, sie abends ins Bett zu bringen. Letzteres geht im Moment noch gar nicht. Ungefähr von 7 Uhr norgens bis 8.30 Uhr wacht sie auf, wobei die genannten Uhrzeiten durchaus variieren (auch beim Einschlafen abends und tagsüber). Sie schläft übrigens im Beistellbett. Nachts dunkeln wir ab.

Tagsüber ist unsere Tochter sehr aktiv, hat sehr viel Bewegungsdrang und nimmt alles sehr wach und interessiert wahr. Ruhepausen abgesehen vom Schlafen hat sie kaum, weil sie im wachen Zustand sofort anfängt zu spielen und auch nicht gerne im Kinderwagen herumgefahren wird. Sie hat in den letzten Wochen sehr viel gelernt: Krabbeln, hochziehen, sitzen, Brei essen,…

Ihr Schlaf ist häufig nicht sehr tief, sie wacht leicht durch Geräusche auf und wacht im Bett tagsüber schnell auf, wenn niemand neben ihr liegt oder sie wie im Kinderwagen geruckelt wird (wenn es dann mal tagsüber im Bett/Kinderwagen klappt).

Uebrigens hat diese anstrengende Schlafphase ungefähr mit dem Drehen begonnen (ca. vor 2 Monaten). In den ersten Monaten hat unsere Tochter öfters 5 oder gar 6 Stunden durchgeschlafen in der Nacht und konnte auch tagsüber im Bett leichter (mit Kuscheln) einschlafen.

Vielleicht noch diese Info zum Schluss: Sie hat gerade mit Beikost angefangen, isst mit Spaß, aber noch nicht sehr viel, und wird sonst gestillt.

Danke für euren Ratschlag zu unserer Lage.

Viele Grüße von Lena

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 2 Wochen geantwortet

Vielen Dank für Ihre Frage! Ich kann mir Ihre Tochter richtig gut vorstellen aber weiß auch noch aus eigener Erfahrung was für eine Folter diese Nächte sind! Soll sie denn in die Kita kommen oder wer wird sie betreuen?
 Es wäre erst einmal wichtig einen klaren Tagesrhythmus zu haben mit 2 längeren Schlafperioden. So schön es ist ein munteres neugieriges Kind zu haben, so sehr leidet man in der Nacht, denn die Kinder verarbeiten dann alle Eindrücke. Es wäre jetzt wichtig, dass sie neben der klaren Tagesstruktur sich zwischen drin immer wieder gut spürt. Dies kann durch Massage oder beim Wickeln geschehen. Alles Aktionen sprachlich zu begleiten ist auch hilfreich, um ihre Aufmerksamkeit von der Außenwelt immer wieder in die Beziehung zu bringen. Die erhöhte Mobilität erschwert im Moment alles. DA hilft es nur mit dem Tagesschläfchen anzufangen und nach immer den gleichen Ritualen vorzugehen. Nur die ständige Wiederholung ermöglicht Lernen. Ein Schlafprotokoll kann sehr hilfreich sein um den eigenen Rhythmus zu ermitteln und zu unterstützen. Das zweite ist die sogenannte Co-Regulation. Beim Schlafengehen geschieht dies in den Stufen des Trösten. Dabei bietet man Hilfe an und wartet ob das Kind diese annehmen kann oder ob es mehr Hilfe braucht. Je weniger es angwiesen ist desto besser für die in diesem Alter heftigen Traumphasen. Das Thema im 2. Lebenshalbjahr ist ja die Bindung und die Autonomie. Je besser sich das Kind am Tag gebunden fühlt, desto weniger klammernd verhält es sich in der Nacht. Sehr gern würde ich anhand eines Schlafprotokolls eine etwas genauere Beratung machen. Viele Grüße Dagmar Brandi