calendula fragte vor 9 Monaten

Bindung

Liebes Expertenteam, leider hatte ich einen schwierigen Start mit meinem Baby, das fing mit der schwierigen Geburt an und nun kam noch die Trennung von meinem Partner dazu so dass ich mich die letzten neun Monate ziemlich Krisengebeutelt fühle. Leider habe ich das Gefühl dass die Bindung zwischen meinem Kleinen und mir darunter gelitten hat. Es schaut mich wenig an und wirkt oft verunsichert – obwohl ich immer für ihn da bin, aber meine gefühle konnte ich natürlich nicht verstecken. Ich wünsche mir eine Art Heilung/Therapie für uns beide, wo wir das nachholen können. Haben sie Tipps?

1 Antwort
Experte Dagmar Brandi hat vor 9 Monaten geantwortet

Liebe „calendula“, wenn der Traum von der Familie schon zerplatzt bevor sie sich überhaupt richtig finden konnte, ist der Traum zum Trauma geworden. Bewundernswert wie Sie das bisher durchgestanden haben! Sicher war es nötig oft die Zähne zusammen zu beißen. Denn so viele Schwierigkeiten zu bewältigen, ist alles andere als das worauf man sich bei der Vorfreude auf ein Baby einstellen konnte und die meisten schaffen das nur, wenn sie in erster Linie „funktionieren“. Das allerdings kostet viel Kraft und vor allem kostet es Ihr Kind und Sie die Sicherheit und Freude an der Beziehung- eben das was die Bindung ausmacht. Sie haben ganz richtig gespürt, daß Sie dafür eine Heilung benötigen. Sicher nicht nur, um die Bindung zwischen ihrem Kleinen und Ihnen zu verbessern, sondern um die Gefühle, die die Kränkung hervorgerufen hat, mit therapeutischer Hilfe zu bewältigen. Denn Kinder brauchen sichere Eltern! Wenn Sie Ihre eigenen Gefühle bei einem Therapeuten zulassen können, werden Sie wieder selbstsicherer und das tut Ihrem Kind gut. Aber daß Sie jetzt darüber nachdenken, zeigt daß Sie eine gute Mutter sind und daß Sie eine gute Intuition haben, die es nur nötig hat von den Scherben der Vergangenheit freigelegt zu werden. Geeignet ist dazu eine Eltern-Baby/Kleinkind-Therapie. Meist sind 10 Stunden ausreichend, um das Trauma zu bewältigen und die Freude zu empfinden, die Sie beide einander schenken können. Es ist nicht ganz einfach beim googlen die geeignete Hilfe zu bekommen, viele Angebote kann man nicht beurteilen. Ich empfehle in Ihrem Fall eine Therapie, die sowohl das Kind wie auch Sie professionell im Blick hat und die nicht nur körperorientiert oder verhaltenstherapeutisch arbeitet. Denn es geht um die Gefühlsregulation. Eltern-Baby-Therapien, die Ihnen helfen können, werden von speziell ausgebildeten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten als Kassenleistung angeboten. Sie können sich dort http://www.vakjp.de/dateien/babyambulanzen.html erkundigen, bei der Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit (GAIMH) http://www.gaimh  oder bei den kassenärztlichen Vereinigungen. Gern können Sie sich direkt an uns unter info@vonanfang.de wenden und wir versuchen Ihnen bei der Suche geeigneter Therapeuten behilflich zu sein. Je früher Sie sich Hilfe holen, um so leichter wird es für Sie werden. Mit guten Wünschen für Sie, Dr. Dagmar Brandi