Baby schläft unruhig und nur mit BrustKategorie: SchlafschwierigkeitenBaby schläft unruhig und nur mit Brust
Melanie S fragte vor 3 Monaten

Baby schläft unruhig und nur mit Brust

Hallo ! 
Unsere 3,5 Monate alte Tochter schläft schon von Anfang an sehr schlecht daher hab ich irgendwann angefangen sie in den Schlaf zu stillen und einfach daneben liegen zu bleiben. Nun ist es aber zunehmend so das ich mich sofern sie eingeschlafen ist nicht mal bewegen kann sonst wacht sie wieder auf, daher bekomme ich kaum Schlaf in der Nacht. Sie schafft am Anfang der Nacht 2 Stunden zu schlafen und danach wird sie fast jede Stunde unruhig, sucht die Brust, fängt an zu zappeln und mit ihrem Gesicht an der Matratze zu reiben, auch streckt sie sich manchmal durch und stöhnt und ächts und krümmt sich dann wieder zusammen jedoch alles mit geschlossenen Augen, manchmal muss sie dann pupsen und irgendwann fängt sie an zu schreien wenn ich ihr nicht die Brust gebe. Ich liege die ganze Zeit wach daneben und nicke höchstens mal für eine halbe oder dreiviertel Stunde ein dann weckt sie mich mit ihrem gezappel wieder auf. Wir haben ein Beistellbett aber wenn ich sie abends da rein lege schreit sie nur, auch wenn ich daneben liege und versuche sie zu beruhigen. Sie ist auch sehr Schreckhaft und hat ein stark ausgeprägten mororeflex daher ist es sehr schwer sie abzulegen. Für mich wird es zunehmende schwerer über den Tag zu kommen und ich habe immer schon Horror vor der nächsten Nacht.
Ich frage mich jetzt die ganze Zeit: wie kann ich das einschlafen gestalten so das sie ohne Brust einschläft ? Ist ihre Verdauung der Grund für das gezappel und sollte das nicht mit 3 Monaten besser werden ? Kann es sein das sie nachts so häufig wieder wach wird weil sie nur kurz an der Brust trinkt und dann wieder einschläft, sollte ich sie wach halten zum trinken ? 
Sie hat wirklich ein sehr ausgeprägtes nuckel Bedürfniss, nimmt aber keinen Schnuller. Tagsüber schläft sie meistens vormittags 45min, nachmittags 2 Stunden, wenn ich mich mit ihr hinlege und abends auch nochmal 45min aber nur an der Brust. 
Ich hoffe wirklich sehr das sie mir helfen können, vielen Dank schon mal im voraus.
Mit freundlichen Grüßen 
M.S.  

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Monaten geantwortet

Vielen Dank für Ihre Frage und die gute Beschreibung ihres Babys im halbwachen Zustand. Ich kann dennoch nicht erkennen wie Ihre Tochter in hellwachem Zustand ist. Interessiert sie sich für Gesichter, versucht sie Blickkontakt herzustellen und durch Lautieren zu interagieren? Oder ist sie da auch so unruhig und schwer in einem stabilen Zustand zu halten? 
Sie haben ein Baby von 3,5 Monaten, welches in seinem Alter schon besser zwischen Schlaf- und Wachzuständen unterscheiden sollte. Während am Anfang des Lebens im wesentlichen die Tiefschlaf – und Leichtschlafphasen abwechseln und nur sehr kurze Zustände von aufmerksamer Wachheit vorhanden sind, sortiert sich das Verhalten in den kommenden Wochen in deutliche Zustände von Wachheit, Interesse an der Umwelt, Zugewandtheit, beginnender Müdigkeit mit Abwenden, Quengeln, Schreien, leichtem Schlafen, Träumen und Tiefschlaf. Aus der Sicht des Babys sind die wachen Zustände von allergrößter Bedeutung, denn da lernt es seine Umwelt kennen, lernt in kleinen und mühsamen Schritten sich zu bewegen und zu fühlen und -wenn ihm etwas zu viel ist- auch sich abzuwenden und versuchen sich selbst zu beruhigen. Sogar das Schreien ist ein solcher Versuch der Selbstregulation. Da das sehr schwierig ist,  benutzen die Babys anfangs die Hilfe ihrer Eltern und lassen sich durch Wiegen, Tragen, Saugen und Trinken zur Ruhe bringen. Doch einiges können sie mit einem Vierteljahr auch schon allein, zum Beispiel ihre Füßchen aneinanderlegen oder die Hände über der Brust berühren. Diese kleinen Schritte sollten die Eltern wahrnehmen und unterstützen.
Bei Ihrer Tochter scheint es aber sehr schwierig zu sein. Offenbar ist sie überstreckt, steht unter Spannung und ist schreckhaft durch den einschießenden Mororeflex. Dieser sollte jetzt bereits abgebaut sein. Möglicherweise hat sie eine schwierige Geburt gehabt, in der das Köpfchen überstreckt war? Dann wäre eine manuelle Therapie sinnvoll. Falls dies nicht der Fall sein sollte, empfehle ich ganz konkret 3 Dinge:

  1. sorgen Sie für Ihre Entlastung und suchen Sie jemanden, der mit ihr spazieren geht, damit sie  sich ausruhen können
  2. in den Wachphasen nehmen Sie mit ihr  Kontakt über Blick, Stimme und Berührung auf und flirten mit ihr solange ihre Aufmerksamkeit ausreicht
  3. Sobald sie sich abwendet, geben sie ihr eine Pause. Sorgen sie dafür, dass die Umgebung reizarm ist und nicht zu viel Action angeboten wird. Wenn Sie nicht zur Ruhe kommt, bieten Sie die Brust zum Stillen an aber nicht zum Dauernuckeln. Unterstützen Sie sie dabei, den eigenen Daumen zu finden.

Es ist normal, dass die Schlafphasen anfangs nur alle 3 bis 4 Stunden dauern. Dennoch streben sie einen Rhythmus an. Auch Sie benötigen einen Rhythmus, um sich gut auszuruhen und selbst in Ruhe essen zu können.
Zusammenfassend empfehle ich die Wachphasen gut für den Austausch zu nutzen, für die Schlafphasen nehmen Sie sich selbst eine Auszeit. Aber lassen Sie sie nicht an der Brust schlafen. Die Verführung an die duftende Milch immer wieder gehen zu wollen, ist für das Baby sehr groß!
Falls eine Überstreckung vorliegen sollte, empfehle ich eine Beratungsstelle aufzusuchen. (Dafür spricht die Unruhe). Dort wird man mit Ihnen passgenaue  Ideen entwickeln was ihrer Tochter und ihnen helfen könnte sich besser zu entspannen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!