Baby schläft nur an Brust ein und nicht durchKategorie: SchlafschwierigkeitenBaby schläft nur an Brust ein und nicht durch
Sarah fragte vor 3 Wochen

Baby schläft nur an Brust ein und nicht durch

Hallo,
meine 9 1/2 Monate alte Tochter schläft nur an meiner Brust ein.
Als sie neugeboren war, begann ich sehr bald sie im liegen im Bett zu stillen. So hat es sich schnell eingeschlichen, dass sie an der Brust einschläft. Bis heute. Den Zeitpunkt, dies zu ändern, haben wir leider verpasst. Diese Begebenheit an und für sich stört mich nicht. Ich stille sie sehr gerne, auch in den Schlaf.
Aber dann beginnt die eigentliche Anstrengung. Sie schläft einfach nicht durch, sondern wacht ständig und sehr oft auf – ca. 5-10 Mal in einer Nacht – und lässt sich nur durch die Brust beruhigen und findet nur so wieder zurück in den Schlaf.
Ich gehe deshalb langsam am Zahnfleisch, weil ich völlig übermüdet bin nach fast 10 Monaten ohne durchschlafen.
Was kann ich tun, um sie zu beruhigen, außer stillen?
Ich habe schon einiges ausprobiert. Bisher leider erfolglos. Mit singen, Musik, weißes Rauschen lässt sie sich nicht beruhigen, sondern wird eher angeregt. Auch braucht sie es ganz dunkel, jedes kleine Licht, jedes Geräusch hindert oder stört sie dann am weiterschlafen.
Sie schläft auch nicht in ihrem eigenen Bettchen, sondern bei uns im großen Familienbett. Wenn ich sie in ihr Bett lege, weint sie bzw. lenkt sich mit spielen und toben ab, solange bis die Müdigkeit zu groß wird und dann weint sie.
Allgemein ist sie ein sehr aktives Mädl mit einer sehr großen Wahrnehmung und Aufmerksam und Interesse. Das war schon immer so und sarum gestaltete sich das Schlafen schon immer als kleine Herausforderung.
Am Tag gestaltet es sich ebenso, dass sie nur an der Brust einschläft. Ausnahmen sind (eher selten) im Kinderwagen oder Babytrage. 
Was kann ich tun, damit sie durchschläft? Und evtl. auch irgendwann alleine einschläft in ihrem eigenen Bettchen?
Haben Sie Ideen? Hilfsmittel? Verhaltensweisen?
Liebe Grüße, 
Sarah

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 3 Wochen geantwortet

Hallo Sarah,
eigentlich hast du es alles richtig gemacht, hast deinem Baby gegeben was es brauchte. Nur ist deine Tochter jetzt in einem Alter, in dem sie ein völlig anderes Reifealter hat als noch vor einem halben Jahr. Jetzt geht es darum, dass sie die Welt erkunden möchte und dazu benötigt sie ein wenig mehr Autonomie. Die Babys krabbeln nicht einfach weg, sondern rückversichern sich ob sich auch nicht irgendwas verändert, damit sie nicht in Gefahr geraten. Wenn du hinschaust und nicht weggeht, wird sie mutig und krabbelt weiter. Kaum wendest du dich ab, bekommt sie Bindungsangst und weint. Das sind gwaltige Veränderungen! Dieses Lernen vieler neuer Erfahrungen geschieht im Schlaf. Im 2. Halbjahr ihres LEbens träumen Babys sehr oft und sehr lebhaft und sind leicht störbar. Besonders irritiert sind sie jetzt, wenn beim Aufwachen das Rückversichern ergibt dass es anders ist als beim Einschlafen. Besonders Babys die an der Brust einschlafen sind empört wenn sie nicht an der Brust aufwachen oder die Mama sich weggedreht hat. Sofort sucht sie wieder die Quelle und leider ist das zwischen 23.00 h und 4.00 h morgens alle 1 1/2 Stunden der Fall. Das Baby schläft einen aktiven aber gesunden Schlaf im Gegensatz zu den Eltern. Diese Gewohnheit in der Nacht umzugewöhnen, ist schwierig, weil man selbst im Halbschlaf nicht immer gut reagiert. Daher empfehlen wir immer das Schlafverhalten zunächst am Tag zu verändern und dann das gleiche in der Nacht zu machen. Jede Familie entwickelt ein Schlafritual das zu ihr passt und wendet es an, um dem Kind Sicherheit zu geben. Dann beobachten die Eltern welche Selbstberuhigungsstrategien das Kind schon beherrscht und helfen ihm diese anzuwenden. Anfangs unterstützen sie das Kind durch ruhigen Kontakt über den Blick, die Stimme und Berührung. Dann überlassen sie mehr und mehr ihrem Kind beim Hinlegen selbst einzuschlafen in ihrem Beisein unter der Voraussetzung, dass es deutliche Zeichen von Müdigkeit gezeigt hat. Vor dem Zubettgehen sind ruhige Momente mit Stillen und Kuscheln ganz wichtig. Um den Eigenrhythmus des Kindes zu erkennen, lohnt es sich ein Schlafprotokoll auszufüllen. Schnell wird klar, dass kein Baby durchschläft. Das ist auch von der Natur her sinnvoll, denn zu tiefer Schlaf hat auch Nachteile. Wichtig ist nur, dass die Leichtschlafphasen von den Eltern nicht als Störung empfunden werden, sondern als ein gesunder Traumschlaf gesehen werden, aus dem das Baby von allein in den Tiefschlaf kommen kann. Die Eltern helfen nur so viel wie unbedingt nörig und so wenig wie möglich. Dass alle in einem Bett schlafen, kann dabei eher stören, weil sich der Rhythmus der Eltern und des Babys nicht gut vertragen. Vielleicht ist eine Möglichkeit das Baby im Beibett schlafen zu lassen.
ALso:

  1. Schlafprotokoll
  2. Den Tagschlaf üben
  3. Beruhigungsmöglichkeiten des Kindes erkennen und fördern
  4. Ohne Brust einschlafen lassen
  5. Mit Blick, Stimme und Kontakt beruhigen, nur wenn es nicht anders geht mit Trinken
  6. Nie das Kind allein lassen wenn es schreit, wenn es ruhig ist dagegen, möglichst wenig stören. Daher probieren ob ein eigenes Bett nicht ruhiger ist.