14 Wochen und kein Ende in SichtKategorie: Schreibabys14 Wochen und kein Ende in Sicht
Martina fragte vor 1 Monat

14 Wochen und kein Ende in Sicht

Unsere Tochter ist nun 14 Wochen alt und wir haben das Gefühl, dass ihr Schreien immer häufiger und intensiver wird, statt besser.

Sie kam 10 Tage vor ET zur Welt. Absinkende Herztöne und ein Überstrecken des Kopfes hatten zur Folge, dass sie nach nur 7 Stunden im Krankenhaus mit der Saugglocke geholt werden musste und wir auch aufgrund der hohen Temperaturen einen schwierigen Start auf der Wochenstation hatten. Dazu kamen der Verdacht auf Gelbsucht und Fieber in der 2. Nacht.

Sie hat über den Tag verteilt immer wieder ein paar gute Momente, ist sehr neugierig, brabbelt und lächelt, wirkt aber insgesamt sehr unzufrieden und ist ständig angespannt. Man kann sie nur ganz selten für einige Minuten mal ablegen. Dann geht das Geschrei, besonders laut und schrill direkt von 0 auf 100. Kinderwagen und Autositz gehen nur unter Protest für einige Minuten gut, bis sie vor Erschöpfung einschläft, aber das selten länger als für 20 min. Stillstand geht eigentlich gar nicht und sie schreckt bei der kleinsten Unebenheit auf. Wir tragen sie so häufig es geht in einer Trage durch die Wohnung und gehen draußen spazieren. Auch da schläft sie häufig nicht viel länger. Sie möchte eigentlich nur sitzend getragen werden. Kuscheln und enger Körperkontakt geht eigentlich kaum, außer in der Trage oder wenn sie im liegen gestillt wird. Trösten lässt sie sich daher auch so gut wie gar nicht. Sie hat ein starkes Saugbedürfnis, lehnt aber alles außer der Brust ab. Bauchschmerzen können wir ausschließen und wir waren bei 2 Osteopathen. Bei dem 1. Termin hat sie nur Geschrien und konnte eigentlich gar nicht behandelt werden und beim 2. war sie auch sehr unruhig und man konnte nichts feststellen.

Bei der U4 wurde festgestellt, dass sie sich gut entwickelt und nur „etwas exzitabel“ ist. Der Arzt hat es als völlig normales Verhalten abgetan und wir fühlen uns nicht wirklich verstanden.

So langsam sind wir am Ende unserer Kräfte beziehungsweise wissen nicht, in wie weit dieses Verhalten vielleicht auch normal ist.

1 Antwort
Experte Administrator hat vor 1 Monat geantwortet

Liebe Martina, nein das glaube ich auch nicht, dass Ihr Baby ein normales Verhalten hat. Ohne Ihr Kind gesehen zu haben, beschreiben Sie alles so anschaulich! Allein das Wort „exzitabel“ trifft auf  kein durchschnittliches Baby zu, auch wenn es körperlich gesund ist. Aber ein Baby ist nicht nur Körper, es ist immer zugleich auch untrennbar mit seinen Gefühlsäußerungen verbunden. Erst allmählich gelingt es ihm diese Gefühle zu regulieren- wenn die Eltern es dabei unterstützen. Und vor allem wenn dem keine Hindernisse entgegen stehen. In Ihrem Fall sehe ich dies durch die Saugglockengeburt gegeben. Die Austreibungsphase wird dann plötzlich beendet. Dadurch können die zarten Gewebe am Hals gezerrt werden und es resultiert nicht selten eine Überstreckung manchmal auch eine Asymmetrie. Für meine Annahme sprechen die von Ihnen geschilderten Auffälligkeiten beim Ablegenwollen des Kindes insbesondere wenn es im Kinderwagen ruckelt (was ja die meisten Babys lieben) und die Verschlimmerung des Schreiens. Mit 3 Monaten „nervt“ die Dauerirritation die Babys. Immer wenn es aufregend wird und spannend „schiesst“ durch die Überstreckung der Mororeflex ein und stresst das Kind. Am Liebsten würde es dann nur aufrechtgehalten werden, um sich zu beruhigen. Sie haben nicht geschrieben, ob sie bereits Osteopathie versucht haben? Ein Osteopath könnte eventuell auch feststellen ob eine Blockade im Halsbereich vorliegt. Vielleicht suchen Sie noch einmal Ihren Kinderarzt auf und schildern Ihre Not, damit er dem Kind Physiotherapie verordnet. Es gibt Physiotherapeuten, die mit Babys arbeiten können. Mit Ihnen können Sie gemeinsam herausarbeiten welche Lagen ihr Kind toleriert und wie seine Selbstregulation unterstützt werden kann. Es gibt auch die Entwicklungspsychologische Beratung (EPB), die dies ebenfalls mit Ihnen herausfinden kann und Wege mit Ihnen findet, damit Ihr Kind sich entspannt. Wenn Sie Ihren Wohnort nennen, helfen wir gern wohnortnah eine geeignete Adresse zu finden. Auf alle Fälle wächst sich das Problem des Kindes nicht aus, auch wenn es sich körperlich weiterentwickelt. Das Wichtigste allerdings ist: wenn Sie jetzt feststellen, dass Sie erschöpft sind, brauchen Sie auch jetzt sofort die richtige Hilfe. Dabei sind wir gern für Sie da, wenn Sie sich melden! Suchen Sie sich schnell Entlastung durch andere Personen, die Ihnen das Baby mal abnehmen können, damit Sie ein wenig Stress abbauen können. Und verzweifeln Sie nicht, denn Sie haben die Probleme ganz richtig erkannt und werden Sie mit der richtigen Hilfe auch gut lösen können, auch wenn es für Sie als Eltern bestimmt sehr schmerzlich ist, sein Baby leiden zu sehen und ihm keine richtige Erleichterung anbieten zu können. Das tut mir sehr leid für Sie, aber es wird bestimmt bald besser!